HDE: Verbraucherstimmung stabilisiert sich "auf niedrigem Niveau"

Sorgen um die Konjunkturentwicklung drücken weiterhin die Kauflaune der Deutschen. So lautet das Fazit des HDE-Konsumbarometers für den Februar, das der Handelsverband Deutschland (HDE) am Montag vorstellte. Demnach konnte sich der Index zwar gegenüber seinem historischen Tiefststand im Januar leicht verbessern, er liegt aber immer noch auf „niedrigem Niveau“.

Vor allem Hiobsbotschaften aus der deutschen Wirtschaft und geopolitische Risiken lassen die Verbraucher derzeit wenig optimistisch in die Zukunft blicken. „Die Gründe für die schlechtere Stimmung liegen in den sinkenden Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung und in den Unsicherheiten der internationalen Handelspolitik“, erklärte der HDE. „Das Tauziehen um den Brexit sowie die immer wieder aufflammenden Handelskonflikte mit den USA hinterlassen hier ihre Spuren.“ Im Vergleich zum Januar stieg das Konsumbarometer, das auf der Befragung von 2.000 Personen zu konsumrelevanten Faktoren beruht, von 99,30 auf 99,76 Punkte, erreichte damit aber lediglich den zweittiefsten Wert seit Beginn der Erhebung im Herbst 2016.

Der Indikator für die Konjunkturerwartung, einer der Faktoren, aus denen das Konsumklima ermittelt wird, erholte sich nach einem regelrechten Einbruch im Vormonat leicht. Er liegt aber weiterhin deutlich unter dem Vorjahreswert. Der HDE rechnet daher mit negativen Folgen für den deutschen Einzelhandel: „Diese Erwartungen wirken sich unmittelbar – in Form einer selbsterfüllenden Prophezeiung – auf das Konsumverhalten aus“, warnte der Verband.

Der Handelsverband rechnet nicht mit einem Anstieg der Kauflaune in den kommenden Monaten

Die Anschaffungsneigung der Verbraucher sackte dementsprechend weiter ab. Der entsprechende Index fiel sogar auf einen neuen historischen Tiefststand. Angesichts der Entwicklung in den vergangenen Monaten verfestige sich die Zurückhaltung der Konsumenten, erklärte der HDE. So sei nicht damit zu rechnen, dass „der private Konsum in den kommenden Monaten wieder ansteigt und zu einem signifikanten Treiber der schwächelnden gesamtwirtschaftlichen Dynamik wird“.

Stabilisierend auf das Konsumbarometer wirkte sich erneut die individuelle Einkommenserwartung aus. Weil der Arbeitsmarkt hierzulande weiterhin „sehr gute Zahlen“ vorweisen könne, schlage der allgemeine Konjunkturpessimismus nach Angaben des Verbandes derzeit nicht auf diesen Indikator durch. Er verharre weiterhin auf einem „vergleichsweise hohen Niveau“, so der HDE. Angesichts der zuletzt rückläufigen Inflationsrate sind die Verbraucher derzeit auch hinsichtlich der künftigen Preisentwicklung etwas zuversichtlicher als im vergangenen Monat.

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth mahnte angesichts der derzeitigen Lage erneut Reformen an: „Die Verbraucherstimmung ist zwar aktuell wieder etwas besser als im Vormonat. Das ist aber kein Zeichen für eine Entwarnung“, erklärte er in einer Mitteilung. Die Binnenkonjunktur brauche „jetzt ermutigende Signale aus der Politik“. Entscheidend sei, „kleine und mittlere Einkommen rasch und deutlich zu entlasten, um die Kaufkraft dauerhaft zu stärken“, so Genth.

Foto: FashionUnited
 

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