Outfits24 kooperiert mit 150 Modehändlern und will weiter wachsen

Viele stationäre Modehändler stellen sich die Frage, ob und wie sie online verkaufen können. Lohnt es sich, einen eigenen Webshop zu betreiben oder ist es besser über einen Marktplatz zu verkaufen? Oder beides?

Outfits24 ist einer der Anbieter, die Modehändlern Arbeit mit dem Onlineverkauf abnehmen wollen, damit sie sich auf ihr stationäres Kerngeschäft konzentrieren können. Mehr als 150 Modehändler machen seit der Gründung im November mit. Langfristig hofft Geschäftsführer Dominik Benner diese Anzahl auf ein ähnliches Niveau wie bei Schwesterportal Schuhe24 zu steigern.

Als Dominik Benner vor sechs Jahren das Familienunternehmen Schuh Benner übernahm, eröffnete er bald darauf einen eigenen Onlineshop und merkte, dass die Kunden nicht von selbst auf die Website kommen. Sein Lernprozess führte ihn zur Gründung von Schuhe24 und mittlerweile verkaufen über 1000 Filialen von Schuhhändlern ihre Produkte mithilfe der Plattform online und erweitern damit ihre Kundenbasis. Mit den beiden Plattformen Schuhe24 und Outfits24 hofft er nun bald die Umsatzgrenze von 100 Millionen Euro zu knacken.

“Online-Shop ist Vergangenheit, Plattform-Anschluss ist das Wichtige. Niemand braucht den 1.000 Onlineshop noch, weil man jetzt den Traffic gar nicht mehr erreichen kann”, sagte Benner bei BTE-Kongress in Köln Anfang Juni.

Outfits24 kooperiert mit 150 Modehändlern und will weiter wachsen
Bild: Dominik Benner

Große Onlineplayer wie Zalando und Amazon besitzen viel Marketingbudget und können viel dafür ausgeben, Kunden auf ihre Webseite zu ziehen. Um als Händler einen Onlineshop wirklich voranzutreiben, müssten mindestens 1 bis 2 Millionen Euro über die kommenden fünf Jahre eingeplant werden, schätzt Benner. Das heißt nicht, dass Händler online überhaupt nicht präsent sein sollen, es sei zum Beispiel ratsam, die Informationen wie Öffnungszeitenauf Google immer aktuell zu halten. Eine Internetseite kann Kunden auch über das Angebot stationäre Läden informieren. Die Frage ist nur, ob Händler noch darauf setzen sollten, über ihren eigenen Webshop viel umzusetzen.

Outfits24 bietet 45 Verkaufskanäle für Modehändler

“Ich habe in den letzten Jahren so viele Händler kennengelernt, die sich verzettelt haben mit Amazon-Verkauf, mit dem eigenen Onlineshop, weil sie völlig unterschätzt haben, was das für einen Aufwand bedeutet”, erzählt Benner. Davor will er sie mit seinen Angeboten Schuhe24 und Outfits24 bewahren.

Aber er ist nicht alleine mit der Idee, als Onlineplattform keine eigenen Lagerbestände zu halten und stattdessen den Warenbestand von stationären Händlern anzuzapfen. Auch der Berliner Onlinemodehändler Zalando verkauft Produkte von stationären Händlern über seine Website, das britische Start-up Trouva startete vergangenes Jahr in Deutschland und wirbt damit, Waren von den “besten unabhängigen Boutiquen weltweit” zu verkaufen. Bei Trouva sieht der Kunde bei welchen Händlern er ein Produkt erwirbt und kann auch ausschließlich im Sortiment des Händlers einkaufen. Bei Schuhe24 oder Outfits24 treten teilnehmnde Händler nicht in Erscheinung, weil sie keinen Aufwand mit dem Onlinegeschäft haben wollen, erklärt Benner.

Bei Outfits24 können Händler selbst entscheiden, welche Waren sie online anbieten möchten, die Abwicklung und Zahlung von Bestellungen wird ihnen abgenommen. Nach der Bestellung erhält der Partnerhändler eine Email und verschickt die Artikel an die Kunden. Durch eine Verbindung mit dem Warenwirtschaftssystem des Händlers werden die Bestände über Nacht abgeglichen. Die Zusammenarbeit mit Outfits24 ermöglicht Händlern nicht nur den Verkauf über diese eine Onlineplattform sondern gleich über 45 Kanäle und auch außerhalb Deutschlands. Der Auslandsanteil liegt bei 20 bis 35 Prozent, so Benner.

Zu den weiteren Verkaufskanälen gehören neben Outfits24 auch Markenshops und Onlineshops wie otto.de, amazon.de oder meyermode. Zalando gehöre nicht dazu, weil die Retourenquote dort zu hoch sei, erklärt Benner. Für Modehändler besteht ein wesentlicher Unterschied zur Zusammenarbeit mit anderen Anbietern auch darin, dass sie statt über einen Kanal gleich über zahlreiche verkaufen. “Das ist ein großer Unterschied, auch unser Umsatz ist dadurch höher für den Händler und die Retouren geringer”, sagte Benner per E-Mail.

In fünfter Generation leitet er den Schuhändler Schuhe Benner mit Geschäften im Rhein-Main-Gebiet. Wenn er um die Zusammenarbeit der Händler wirbt, betont er gerne, dass er einer von ihnen ist und ihre Probleme kennt. Schuhe24 und Outfits24 werben - auch mit Hilfe von Influencern und Fernsehspots - mit dem Einkaufen beim Händler vor Ort. Bei Outfits24 stehen mittlerweile 31.000 Artikel online - außer Fotos von den Herstellern anzufordern, lässt Benner auch Modeartikel auf einer eigenen Fotostraße in Wiesbaden ablichten. Zusätzlich wurden auch Fotostrecken bei einzelnen Händlern aufgebaut.

Bild: Screenshot Outfits24

 

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