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Weihnachtsgeschäft: Handel in den Innenstädten weiter schwach

Von Jan Schroder

18. Dez. 2017

Einzelhandel

Eine Woche vor Heiligabend zeichnen sich die Verlierer und Gewinner im diesjährigen Weihnachtsgeschäft immer deutlicher ab. Das geht aus der Bilanz der dritten Adventswoche hervor, die der Handelsverband Deutschland (HDE) am Sonntag vorlegte. Demnach setzten sich die Trends der vorherigen Wochen auch in den vergangenen Tagen fort.

„Der stationäre Einzelhandel ist mit der Umsatzentwicklung in der zurückliegenden Woche nicht zufrieden, auch wenn die Verkäufe am Samstag deutlich anzogen“, erklärte der Branchenverband, der sich dabei auf eine aktuelle Umfrage bei 400 Betrieben „aller Größen, Standorte und Branchen“ bezog. Weiter vergrößert haben sich die ohnehin schon beträchtlichen Sorgen der Einzelhändler in zentralen Lagen. „Besonders schwach waren die Kundenfrequenzen in den Innenstädten, die im Vergleich zur Vorwoche noch einmal rückläufig waren“, teilte der Verband mit. „Über die Hälfte“ der entsprechenden Betriebe sei mit den jüngsten Geschäften „unzufrieden“ gewesen.

Neben der Lage war erneut auch die Firmengröße ein ausschlaggebender Faktor für Erfolg oder Misserfolg. „Abermals schnitten größere Unternehmen deutlich besser ab, als kleinere und mittlere Betriebe“, erklärte der HDE. Grund zur Freude hatten auch die Anbieter von Sportartikeln, Drogeriewaren und Kosmetika. In diesen Segmenten liefen die Geschäfte nach Angaben der Branchenorganisation „überdurchschnittlich gut“.

Während stationäre Anbieter klagen, kann der Online-Handel jubeln

Klare Gewinner waren in der vergangenen Woche aber erneut die Online-Händler. Während die Verbraucher die Innenstädte zunehmend meiden, bestellen sie ihre Geschenke zunehmend im Internet. So konnten sich die Online-Versender anders als die stationäre Konkurrenz über „gute Umsätze“ freuen.

Wie schon in den vergangenen Wochen beschwor der Verband die Hoffnung auf einen „starken Schlussspurt“ vor Heiligabend. Für den bleibt jetzt aber nur noch eine Woche Zeit. Zudem können wohl nur die Anbieter bestimmter Produkte noch auf einen merklichen Aufschwung hoffen: „Hoch im Kurs stehen dann Lebensmittel und Leckereien für die Festtagstafel und die Last-Minute-Geschenke“, erklärte Stefan Genth, der Hauptgeschäftsführer des HDE.

Noch hält der Verband aber an seiner Prognose fest, die der Branche einen Gesamtumsatz in Höhe von 94,5 Milliarden Euro in den Monaten November und Dezember verheißt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum würde das eine Steigerung um drei Prozent bedeuten. Den derzeit so erfolgreichen Online-Handel hatte der HDE schon im Herbst als Wachstumsmotor ausgemacht: Ihm prophezeit die Branchenorganisation für das Weihnachtsgeschäft ein Umsatzplus von zehn Prozent auf rund zwölf Milliarden Euro.

Foto: ECE
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