Abschied vom Normalbetrieb: Internationale Modenschauen werden überdacht

Am Donnerstag wurde ein stark reduzierter Schauenkalender der New Yorker Modewoche vorgestellt: Die Zahl der Designer hat sich, im Vergleich zur letzten Ausgabe, halbiert. Nur 50 maskierte Gäste dürfen an den Präsentationen unter freiem Himmel teilnehmen, und das auch nur nach Bestehen einer Temperaturkontrolle. Indoor-Veranstaltungen werden ohne Publikum stattfinden und stattdessen auf Runway360, dem neuen digitalen Portal des Amerikanischen Modeverbands CFDA, per Livestream übertragen. Große Namen wie Marc Jacobs, Proenza Schouler und Michael Kors fehlen.

In Paris will der Französische Modeverband (FCHM) die Modewoche in der Form wieder aufnehmen, wie sie vor der Pandemie stattfand, unterstützt durch eine digitale Plattform, um die Schauen auch denjenigen zugänglich zu machen, die nicht anreisen können. Im Juli stieß der digitale Schauenkalender des Verbands auf gemischte Reaktionen, weil viele die Lücke zwischen den digitalen Slots für unnötig und ineffektiv hielten.

Ami will Präsentation auf dem Laufsteg im Freien inszenieren

Das französische Modehaus Ami kündigte am Freitag an, dass es eine physische Show in Paris veranstalten werde, nannte aber den Ort vorerst nicht. Der Designer Alexandre Mattiussi tritt in die Fußstapfen der Mailänder Designer, bei denen achtundzwanzig Kollektionen, darunter jene von Prada, Fendi, Max Mara, Etro, Marni und Versace, live auf dem Laufsteg präsentiert werden.

Der Schauenkalender für September bleibt ungewiss

Viele Unsicherheiten treiben die teilnehmenden Marken und Häuser weiterhin um. Einige werden eine Saison aussetzen, andere überdenken, wie der Kalender weniger hektisch und nachhaltiger gestaltet werden kann, und stellen das Tempo der Mode im Allgemeinen in Frage.

Die Kering-Giganten Saint Laurent und Gucci bestätigten, dass beide im September in Paris und Mailand keine Modenschau veranstalten würden. Umgekehrt bestätigte Dior, dass es mit seiner Ready-to-wear-Präsentation vor einem zweifellos reduzierten Publikum weitermachen werde, und erinnerte daran, dass Modewochen "für die Modeindustrie, aber auch für die Städte, lebenswichtig sind".

Bild: Dior Cruise Kollektion

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

 

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