Under Armour: Zwei weitere Topmanager gehen

Geschäftlich läuft es bei Under Armour Inc. bestens. Mit beeindruckenden Umsatzsteigerungen ist der Sportartikelkonzern aus Baltimore in den vergangenen Jahren zum drittgrößten Unternehmen der Branche herangewachsen. Doch das Führungsteam, dem Under Armour die glänzenden Zahlen maßgeblich zu verdanken hat, verändert rapide sein Gesicht. In der vergangenen Woche wurden zwei weitere Abgänge bekannt. Mittlerweile wachsen unter Finanzexperten die Sorgen, ob das Unternehmen angesichts des fortgesetzten Brain Drains sein Wachstumstempo halten kann.

Wie Under Armour mitteilte, werden Chief Merchandising Officer Henry Stafford und Chief Digital Officer Robin Thurston das Unternehmen im Juli verlassen. Beide sind für Bereiche verantwortlich, in denen der Sportartikler zuletzt kräftig zulegen konnte. So hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren seine Connected-Fitness-Sparte durch Zukäufe und Innovationen massiv ausgebaut. Mittlerweile verfügt es auf seinen verschiedenen Plattformen über mehr als 160 Millionen registrierte Nutzer und damit über die größte digitale Fitness-Community in der Branche.

Einen Nachfolger für Thurston, der die Digital-Sparte seit Dezember 2013 leitet, hat Under Armour bereits gefunden. Der Posten wird intern neu besetzt: Nach Thurstons Abschied wird Michael Lee im Juli zum neuen Chief Digital Officer befördert. Der Mitgründer von MyFitnessPal war 2015 im Zuge der Übernahme der Fitness-Plattform zu Under Armour gekommen. Als Senior Vice President, North American Digital, hat er seither bereits eine Schlüsselrolle beim Ausbau der Connected-Fitness-Sparte gespielt.

Die zahlreichen Personalwechsel im Führungsteam von Under Armour lassen Analysten an den Zukunftsaussichten des Unternehmens zweifeln

Demgegenüber kann der Abgang von Henry Stafford kurzfristig nicht vollständig kompensiert werden. Ab Juli setzt Under Armour erst einmal auf eine Interims-Lösung: Veteran Kip Fulks, der schon seit fast zwanzig Jahren im Unternehmen tätig ist und seit dem vergangenen November als Chief Marketing Officer fungiert, soll sich übergangsweise auch um die Bereiche Produktentwicklung, Innovation und Merchandising kümmern.

Bereits im Winter war ein weiteres Mitglied der Führungsmannschaft von Bord gegangen. Finanzchef Brad Dickerson wechselte zum Lebensmittelkonzern Blue Apron. Seinen Nachfolger hatte Under Armour extern gefunden: Der neue CFO Chip Molloy kam vom Heimtierbedarfslieferanten PetSmart.

In den vergangenen Jahren war Under Armour mächtig gewachsen. Neben dem traditionellen Kerngeschäft mit Funktionsbekleidung trugen zuletzt auch die Schuhsparte und das Connected-Fitness-Segment maßgeblich zum Aufschwung bei. So konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2015 seinen Umsatz um 28,5 Prozent auf 3,96 Milliarden US-Dollar (3,65 Milliarden Euro) steigern. Auch ins neue Jahr ist das Unternehmen mit glänzenden Zahlen gestartet: Im ersten Quartal wuchsen die Erlöse sogar um 30,2 Prozent.

Der angekündigte Abgang von Henry Stafford und Robin Thurston sorgte in Finanzkreisen für Bedenken. Daher rutschte der Aktienkurs von Under Armour nach der Veröffentlichung der Personalien erst einmal ab. Positiv bewertet wurde aber, dass beide Posten intern neu besetzt werden können: Damit habe das Unternehmen unter Beweis gestellt, dass seine Führungsteams mittlerweile tief genug besetzt sind, um Abgänge auffangen und so Kontinuität gewährleisten zu können.

Foto: Under Armour

 

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