Ahlers rutscht tiefer in die roten Zahlen

Der Herforder Bekleidungskonzern Ahlers AG hat das Geschäftsjahr 2019/20 mit einem hohen Verlust abgeschlossen. Schuld war vor allem ein empfindlicher Umsatzrückgang. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie hätten „zu erheblichen Belastungen für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung“ geführt, erklärte das Unternehmen am Dienstag in einer Mitteilung.

Für das laufende Jahr stellte der Vorstand keine deutlichen Verbesserungen in Aussicht. Der Konzern, zu dem Marken wie Pierre Cardin, Baldessarini und Otto Kern gehören, erwartet vielmehr „ein stark durch Corona geprägtes Transformationsjahr“. Erst 2021/22 würden die Effekte des laufenden Restrukturierungsprogramms „New Tomorrow“ sowie eine „Normalisierung der Marktbedingungen“ voraussichtlich wieder zu „positiven Ergebnissen auf den Ergebnisebenen vor und nach Sondereffekten führen“, erklärte Ahlers.

Der Jahresumsatz sackt infolge der Covid-Pandemie um knapp 27 Prozent ab

Im vergangenen Geschäftsjahr, das am 30. November abgeschlossen wurde, belief ich der Konzernumsatz auf 151,6 Millionen Euro. Damit rutschte er gegenüber dem Vorjahr um 26,8 Prozent ab. Neben den negativen Folgen der zeitweiligen Ladenschließungen infolge der Corona-Pandemie machte das Unternehmen den planmäßigen Rückzug aus einigen Geschäftsfeldern für die Einbußen verantwortlich. In Deutschland sanken die Erlöse um 22,3 Prozent, im westeuropäischen Ausland um 28,1 Prozent und in Osteuropa um 37,4 Prozent. Positiv entwickelte sich der eigene E-Commerce, dessen Umsatz um 13,2 Prozent zulegte.

Trotz erfolgreicher Kostensenkungsmaßnahmen rutschte der Konzern tiefer in die roten Zahlen. Dazu trugen neben den hohen Umsatzeinbußen auch Einmalbelastungen bei. Allein die „Rückstellungen und Zahlungen von Mitarbeiterabfindungen aufgrund der kurzfristig eingeleiteten Umstrukturierungsmaßnahmen“ hätten einen negativen Ergebniseffekt in Höhe von 2,6 Millionen Euro gehabt, erklärte Ahlers. So wuchs der ausgewiesen Nettoverlust im Jahresvergleich von 3,7 Millionen Euro auf 18,5 Millionen Euro.

Für 2020/21 prognostiziert der Vorstand einen leichten Umsatzrückgang

Für das laufenden Geschäftsjahr erwartet der Vorstand derzeit einen Umsatz „leicht unterhalb des Vorjahreswerts“ – und auch das nur unter der Voraussetzung, dass „der Bekleidungseinzelhandel in weiten Teilen Europas nun sukzessive im März 2021 wieder öffnen kann und kein weiterer breiterer Lockdown im Laufe des Geschäftsjahres 2020/21 notwendig wird“. Der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde voraussichtlich etwa im Bereich des Vorjahresniveaus von 12,6 Millionen Euro liegen, erklärte das Unternehmen. Beim Konzernergebnis hofft Ahlers auf eine Verbesserung durch den Wegfall von negativen Einmalfaktoren.

Eine Rückkehr in die Gewinnzone peilt der Konzern für 2021/22 an: Dann werde das laufende Reformprogramm „seine Wirkung entfalten“, erklärte das Unternehmen. Zudem rechnet es damit, dass der Bekleidungshandel im kommenden Jahr wieder unter normalen Bedingungen ablaufen kann.

Foto: Baldessarini Facebook-Page

 

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