Asos trotzt der Krise: Jahresgewinn mehr als vervierfacht

Der britische Online-Modehändler Asos Plc konnte im Geschäftsjahr 2019/20 trotz der Corona-Krise kräftig zulegen. Am Mittwoch meldete das Unternehmen überraschend starke Zuwächse beim Umsatz und gewinn. Die gleichzeitig veröffentlichten Aussichten fielen den Anlegern aber zu vorsichtig aus. Der Aktienkurs des Unternehmens rutschte daher zwischenzeitlich um neun Prozent ab.

Im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. August abgeschlossen wurde, konnte Asos einen Konzernumsatz in Höhe von 3,26 Milliarden Britischen Pfund (3,60 Milliarden Euro) erwirtschaften. Damit übertraf er das Vorjahresniveau um 19 Prozent. Kräftige Zuwächse verbuchte der E-Commerce-Spezialist in allen wichtigen Marktregionen: In Großbritannien stiegen die Einzelhandelserlöse um 18 Prozent auf 1,18 Milliarden Britische Pfund, im Auslandsgeschäft legten sie um 19 Prozent auf 2,00 Milliarden Britische Pfund zu. Überdurchschnittlich dynamisch entwickelten sich die Geschäfte in den EU-Staaten (+22 Prozent). In den USA und im Rest der Welt wuchsen die Umsätze jeweils um 18 Prozent.

Unerwarteter „Rückenwind“ sorgt für Gewinnsprung

Trotz zusätzlicher Kosten – etwa für Schutzmaßnahmen in den Logistikzentren – sorgten einige Effekte der Covid-19-Pandemie bei Asos für kräftigen „Rückenwind“: Den entsprechenden positiven Effekt auf das Ergebnis bezifferte das Unternehmen auf etwa 45 Millionen Britische Pfund. Vor allem eine ungewöhnlich niedrige Retourenquote und die gezielte Senkung der Marketingausgaben, als Lieferengpässe zu befürchten waren, hätten den Gewinn zusätzlich beflügelt, erläuterte der Konzern.

Darüber hinaus gelang es dem Unternehmen, mit gezielten Maßnahmen die „nicht-strategischen“ Kosten zu senken und die Effizient zu steigern. So fiel das Ergebnis deutlich höher aus als im Vorjahr: Der operative Gewinn sprang von 35,1 auf 151,1 Millionen Britische Pfund, der auf die Anteilseigner entfallende Jahresüberschuss wuchs um 361 Prozent von 24,6 auf 113,3 Millionen Britische Pfund (125,1 Millionen Euro).

Corona und Brexit: Asos erwartet „unsicheres Jahr“

CEO Nick Beighton zeigte sich zufrieden mit den Verbesserungen, die das Unternehmen im abgelaufenen Jahr erzielen konnte. Er mahnte aber auch, dass „noch mehr zu tun“ sei, um die Fortschritte weiter voranzutreiben. Angesichts zahlreicher Risiken erwartet der Konzern zudem ein „unsicheres Jahr“. Daher verzichtete er auf konkrete Prognosen.

Die zuletzt infolge der Corona-Krise erreichten Profitabilitätssteigerungen seien künftig nicht wiederholbar, räumte das Unternehmen ein. Zudem sei nicht absehbar, wie die anhaltenden Folgen der Pandemie die Lebenswirklichkeit der jungen Zielgruppe des Versenders beeinflussen werden. Generell erwartet der Einzelhändler weiteren „Gegenwind“ für die allgemeine Kauflaune. Zudem warnte es davor, dass sich Störungen in den globalen Lieferketten bis ins kommende Jahr auswirken würden. Nicht absehbar sei zudem, welche konkreten finanziellen Folgen der Brexit haben werde, erklärte Asos.

Foto: Asos Facebook-Page

 

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