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Bangladesch-Abkommen: gute Fortschritte, aber immer noch gravierende Sicherheitsmängel

Das Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch (Accord) hat seinen vierteljährlichen Bericht zu den Fortschritten der Initiative veröffentlicht und festgestellt, dass der Sanierungsanteil insgesamt für die mehr als 1.600 Fabriken, die von ihm abgedeckt werden, bei 80 Prozent liegt. Es gibt sogar 100 Prozent Sanierung von ersten Inspektionen in 120 Fabriken und 90 Prozent oder mehr in 665 Fabriken. Darüber hinaus wurden die Schulungen des Sicherheitsausschusses in 159 Fabriken abgeschlossen und 208 Gesundheits- und Sicherheitsbeschwerden behoben.

In Anbetracht der zahlreichen Brände in Bekleidungsfabriken und dem Einsturzes des Rana Plaza-Gebäudes, die Anlass der massiven Sanierungsmaßnahmen in Bangladesch waren, ist es beruhigend zu wissen, dass inzwischen 94,8 Prozent aller Fabriken verschließbare und/oder zusammenklappbare Tore entfernt haben, was bedeutet, dass Arbeiter im Falle eines Unglücks bessere Chancen haben, aus der Fabrik zu entkommen. Vor der Initiative hatten Fabriken oft nur einen Fluchtweg und einen Ausgang, was bei den Arbeitern Panik auslöste und dazu führte, dass viele eingeschlossen wurden.

Bangladesch-Abkommen: gute Fortschritte, aber immer noch gravierende Sicherheitsmängel

Ein weiteres großes Problem stellten nicht vorhandene Brandmelder und Sprinkleranlagen dar. Laut Stand vom 1. Oktober 2017 wurde die vollständige Installation solcher Systeme einschließlich abschließender Tests und Inbetriebnahme bei etwas weniger als einem Drittel (31,3 Prozent) aller Fabriken abgeschlossen. Die meisten von ihnen haben jedoch zumindest Zeichnungen für Brandschutz- und Brandmeldesysteme beim Accord eingereicht und sind dabei, diese zu bestellen und zu installieren.

Nach mehr als vierjähriger Arbeit in Bangladesch zieht der Accord das folgende Fazit: "Trotz dieser bedeutenden Fortschritte bleiben große, lebensbedrohliche Sicherheitsbedenken in zu vielen Fabriken bestehen und müssen dringend behoben werden. Dazu gehören: unzureichend geschützte Notausgänge, unzureichende Brandmelder und Brandschutzsysteme und noch zu tätigende bauliche Nachrüstungsarbeiten."

Dies zeigt die Notwendigkeit, den Accord über seine anfängliche fünfjährige Laufzeit, die im Mai 2018 ausläuft, hinaus auszuweiten, auch im Hinblick auf die Nicht-Verlängerung der Allianz für Arbeitersicherheit in Bangladesch über das Jahr 2018 hinaus. Eine Verlängerung des Accords für weitere drei Jahre wurde bereits bekannt gegeben und 49 Marken und Einzelhändler haben den neuen Accord bereits unterzeichnet und decken damit fast 1.200 der derzeitigen unter den Accord fallenden Fabriken ab. Es müssen jedoch noch mehr werden, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten.

Gegenwärtig überprüft der Accord den Abschluss der Sanierung in über 1600 Fabriken und beschäftigt dazu mehr als 100 Ingenieure, die jeden Monat bis zu 500 Nachkontrollen durchführen. Jede Fabrik, die unter das Abkommen fällt, wird etwa alle drei bis vier Monate inspiziert. Das Accord-Sekretariat führt darüber hinaus gezielte Überprüfungsbesprechungen mit einzelnen Unternehmen durch, die unterzeichnet haben, um Fabriken mit hoher Priorität zu identifizieren, in denen die Sanierung beschleunigt werden muss."

Dank Verbesserungen am Datensystem des Accords können die Sanierungsfortschritte in allen betroffenen Fabriken nun eingehender analysiert werden, indem die Fortschrittsrate der gebräuchlichsten Anliegen zu Brandschutz, Elektroinstallation und Bausubstanz untersucht wird, die saniert werden müssen. Diese und andere Details, einschließlich der im Laufe der Jahre erzielten Fortschritte, sind im letzten Quartalsbericht auf der Accord-Website bangladeshaccord.org zu finden.

Fotos: Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh