Galeria in der Insolvenz, Galliano für Zara und neue Impulse von den Laufstegen – was die Woche bewegte

Die Woche steht im Zeichen von Umbrüchen im Handel und großen Auftritten auf den internationalen Modewochen. Galeria hat zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren einen Insolvenzantrag gestellt, während die erste Kollektion von John Galliano für Zara in Paris als Verbindung von Haute-Couture-Techniken und industrieller Mode präsentiert wurde. Auch im stationären Handel gibt es Bewegung: Uniqlo kündigte einen neuen Store in Leipzig an, Oysho eröffnete ein Flagship in Prag.

Auf den Laufstegen sorgten zudem Balenciaga mit Pierpaolo Picciolis Korallen-Entwürfen und Saint Laurent mit einer fast vollständig goldenen Kollektion für Aufmerksamkeit.

Business

Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf erneut die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt; der Geschäftsbetrieb der 83 Filialen soll zunächst weiterlaufen. Für die rund 12.000 Beschäftigten bleibt die Zukunft offen, wobei Verdi schnelle Klarheit fordert und Handelsexpert:innen einen Fortbestand unter veränderter Eigentümerschaft und mit einer anderen Positionierung für möglich halten.

Bei Shein belasten geopolitische Unsicherheiten, Inflation, Zölle und höhere Logistikkosten das Geschäft. Das Betriebsergebnis sank im ersten Halbjahr um rund 53 Prozent, während das Unternehmen zugleich steigende Bestellzahlen und Erlöse meldete.

Bei Hugo Boss rückt die Beteiligung der Frasers Group weiter in den Mittelpunkt: Vorstandschef Daniel Grieder sieht die Strategie des Modekonzerns durch den britischen Investor grundsätzlich nicht infrage gestellt. Parallel baut Hugo Boss sein Lifestyle-Geschäft mit dem neuen Lizenzpartner Zero Industry aus; die erste gemeinsame Ski-Kollektion soll für Herbst/Winter 2027 erscheinen.

Auch bei anderen Unternehmen werden Strukturen neu geordnet. Kodi gibt 43 seiner zuletzt 144 Filialen auf, während 100 Standorte von einer neuen Gesellschaft weitergeführt werden; bei Seidensticker übernimmt Silvia Bentzinger 20 Prozent der Anteile und wird damit Gesellschafterin des Unternehmens.

Die Kreislaufwirtschaft rückt zugleich stärker in operative Entscheidungen: Eine Analyse von Kearney zeigt, dass Reparatur, Secondhand und Vermietung bei vielen Modemarken noch wenig entwickelt sind und regulatorische Anforderungen deshalb zunehmend mit Geschäftsprozessen verknüpft werden. In Brasilien setzt der Einkaufszentrum-Betreiber Iguatemi auf bestehende Standorte, internationale Marken und lokales Konsumentenwissen, um den wachsenden Luxusmarkt zu erschließen.

Mode

John Galliano hat seine erste Kollektion für Zara vorgestellt und verbindet in „Re{form} Zara Vol. 1“ Archivstücke des Händlers mit Haute-Couture-Techniken. Zara bezeichnet den Ansatz als „Fast Couture“; Galliano dekonstruiert bestehende Kleidungsstücke und entwickelt daraus neue Formen wie transparente Mäntel, Wickelröcke und die Tasche „Tri-Chic“.

Balenciaga setzte in Paris mit Pierpaolo Picciolis Frühjahr/Sommer-Kollektion 2027 auf Korallenformen, leuchtende Farben und leichte, bewegte Silhouetten. Balenciaga übersetzt dabei organische Strukturen in eine Prêt-à-porter-Kollektion, die mit Techniken der Haute Couture entwickelt wurde.

Saint Laurent inszenierte die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2027 vor dem beleuchteten Eiffelturm nahezu vollständig in Gold und kombinierte metallische Oberflächen mit Midi-Röcken, Safari-Jacken und taillierten Trenchcoats. Die Show von Anthony Vaccarello sorgte zugleich für neue Spekulationen über seine Zukunft bei dem französischen Modehaus. Saint Laurent bleibt damit auch über die Kollektion hinaus ein Thema der Pariser Modewoche.

Für die nächste Cruise-Saison hat Chanel Deauville als Schauplatz angekündigt: Die Präsentation findet am 27. April statt und knüpft an die Geschichte Gabrielle Chanels mit der französischen Küstenstadt an. Chanel setzt damit auf einen historischen Bezug für die zweite Cruise-Kollektion unter Matthieu Blazy.

Richemont entwickelt mit AZ Factory ein kommerzielles Schaufenster für junge Designer:innen weiter: Sechs Absolvent:innen der AZ Academy präsentieren ihre Kollektionen bis zum 17. Oktober in Paris internationalen Einkäufer:innen. Bei AZ Factory geht es damit nicht nur um Ausbildung, sondern auch um den Übergang von handwerklicher Entwicklung zu Marktzugang.

Die Hong Kong Fashion Fest setzt auf ein breiteres Modell als klassische Modewochen und verbindet Design mit Einzelhandel, Fertigung, Nachhaltigkeit, Technologie und Kunst. Hong Kong Fashion Fest bündelte acht Programme mit mehr als 300 lokalen und internationalen Designunternehmen und brachte aufstrebende Designer:innen über Pop-ups und Veranstaltungen direkt mit Konsument:innen zusammen.

In der Herrenmode für Herbst/Winter 2027/28 zeichnen sich größere, aber leichtere Silhouetten, funktionale Materialien, erdige Farbtöne und stärkeres Layering ab. Die Trendanalyse beschreibt außerdem eine Lockerung traditioneller Geschlechtergrenzen und den Einsatz von Röcken, transparenten Materialien und ungewöhnlichen Materialkombinationen.

Die Mailänder Modewoche verband große Inszenierungen mit kleineren, handwerklich geprägten Labels und zeigte zugleich die zunehmende Internationalisierung der Stadt. Die Mailänder Modewoche umfasste 60 physische und digitale Modeschauen, während unter anderem Laurèl, Idpan und Yiner aus Shenzhen ihre Frühjahr/Sommer-Kollektionen 2027 in Mailand präsentierten.

Personalien

Bei Hugo Boss übernimmt Ivica Maric zum 1. Oktober das Finanzressort und die Verantwortung für das operative Geschäft von Yves Müller, der den Vorstand auf eigenen Wunsch verlässt. Der Wechsel fällt in eine Phase, in der Hugo Boss zugleich mit der gestiegenen Beteiligung der Frasers Group und einem neuen Aufsichtsratschef umgeht.

Julian Holzner wechselt von Marc O’Polo zu Closed und übernimmt dort als Sales Director Men den Ausbau des Menswear-Geschäfts im Wholesale. Closed will mit ihm die nationale und internationale Weiterentwicklung des Bereichs vorantreiben.

Louis Vuitton beruft den ehemaligen Wöhrl-Einkaufsvorstand Tobias Triebel zum General Manager für Deutschland und Österreich; er tritt die Position 2027 an. Louis Vuitton verbindet den Wechsel mit dem Ziel, Clienteling und das eigene Retail-Geschäft weiterzuentwickeln; bei Nike übernimmt zugleich Markus Kleber die Geschäftsführung für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Die Branche verabschiedet sich zudem von Eberhard Bezner, dem langjährigen Geschäftsführer und Gesellschafter von Olymp. Bezner starb im Alter von 90 Jahren; die Unternehmensführung hatte er 2008 an seinen Sohn Mark Bezner übergeben.

Einzelhandel

Wöhrl muss seine Dresdner Filiale an der Prager Straße zum Jahresende schließen, nachdem der Vermieter von seinem Kündigungsrecht Gebrauch gemacht hat. Rund 25 Beschäftigte sind betroffen; zugleich eröffnet der Händler im November einen neuen Standort in Chemnitz. Wöhrl sucht weiter nach einer Möglichkeit für eine Rückkehr nach Dresden.

Uniqlo setzt seine Expansion in Deutschland mit einem Store im historischen Messehaus am Markt in Leipzig fort. Uniqlo plant dort für das Frühjahr eine rund 1.100 Quadratmeter große Filiale über drei Etagen mit dem vollständigen Sortiment für Damen, Herren und Kinder.

Intersport will sein Superstore-Konzept bundesweit ausweiten und sieht in den kommenden Jahren Potenzial für zehn bis 15 Standorte. Nach Halle an der Saale und Chemnitz soll Anfang Oktober Intersport einen weiteren Standort in Jena eröffnen; das Konzept richtet sich mit Produkten verschiedener Sportarten an preis- und qualitätsbewusste Kund:innen.

Inditex stärkt Oysho mit einem neuen Flagship-Store im historischen Trinity Palace in Prag und führt dort zugleich ein neues Ladenkonzept ein. Oysho verbindet die historische Bausubstanz mit modernen Materialien und setzt am neuen Standort einen Schwerpunkt auf Laufen, Outdoor, Fitness und Studio.

Skims ist über eine exklusive Vertriebspartnerschaft mit El Corte Inglés in Spanien gestartet. Skims ist zunächst mit zwei Corner-Flächen in Madrid und Málaga vertreten und verkauft die Kollektionen zusätzlich über die E-Commerce-Plattform des spanischen Warenhauskonzerns; bis Ende 2027 soll das internationale Filialnetz auf mehr als 100 Standorte wachsen.

Dieser Beitrag wurde mithilfe von KI erstellt.


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