Niederländische Miller & Monroe-Mutter beantragt Zahlungsaufschub

Wenige Wochen nach der Insolvenz der deutschen Schwestergesellschaft hat der Bekleidungshändler Miller & Monroe nun auch in der niederländischen Heimat arge finanzielle Schwierigkeiten. Am Montag stellte die Gesellschaft Vidrea Retail BV, die Miller & Monroe in den Niederlanden betreibt, beim zuständigen Gericht in Amsterdam einen Antrag auf Zahlungsaufschub.

„Die Geschäftsführung hofft, auf diese Weise die Zeit zu gewinnen, um zusammen mit dem zu ernennenden Administrator die Aktivitäten fortzusetzen und eine Insolvenz zu verhindern“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung. Die derzeit 72 Filialen von Miller & Monroe in den Niederlanden sollen demnach vorerst geöffnet bleiben.

Der Einzelhändler begründete den Schritt mit den Folgen der Insolvenz der deutschen Schwester Vidrea Deutschland GmbH Anfang März. Diese habe daraufhin „ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber Vidrea Retail nicht mehr nachkommen“ können.

Zudem klagte das Unternehmen über die Auswirkungen kritischer Presseberichte: Durch einen „negativen Artikel“ vom 19. März, in dem über angebliche Zahlungsrückstände berichtet worden war, sei „die Position des Unternehmens in den Niederlanden rapide schlechter geworden“. Infolgedessen habe „eine große Zahl von Lieferanten eine sofortige (oder sogar vorzeitige) Begleichung von Rechnungen gefordert“, erklärte Vidrea. Daraufhin habe die Hausbank ABN-Amro keine weiteren Kredite eingeräumt. Nun gehe es dem Unternehmen darum, durch den beantragten Zahlungsaufschub „Zeit und Ruhe zu gewinnen, um eine Lösung für die derzeitige Situation zu finden“.

In Deutschland hatte Miller & Monroe bereits Anfang März Insolvenz angemeldet

Miller & Monroe hatte im März vergangenen Jahres die 200 deutschen Filialen des mittlerweise ebenfalls insolventen schweizerischen Bekleidungshändlers Charles Vögele übernommen. Die meisten davon wurden schrittweise zu Miller & Monroe-Geschäften umfirmiert. Nach der Insolvenz der deutschen Tochtergesellschaft vor wenigen Wochen kündigte Lex Hes, der Eigentümer des Mutterkonzerns Victory & Dreams International Holding BV, im Gespräch mit FashionUnited an, „vierzig bis sechzig“ der verbliebenen 163 Standorte in Deutschland zu schließen.

Trotz der Probleme bei Miller & Monroe baute die Victory & Dreams International Holding ihre Präsenz auf dem deutschen Markt kurz darauf kräftig aus: Am 20. März übernahm der Konzern die Bekleidungskette Bonita vom Hamburger Textilkonzern Tom Tailor Holding SE. Bonita ist vom nun beantragten Zahlungsaufschub der niederländischen Gesellschaft Vidrea Retail BV aktuell nicht betroffen.

Foto: Miller & Monroe
 

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