Primark: Schwaches Deutschlandgeschäft im ersten Halbjahr

Der Textildiscounter Primark konnte seinen Umsatz in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2018/19 nur durch die Eröffnung neuer Filialen steigern. Das lag unter anderem an der schwachen Nachfrage in Deutschland. Immerhin legte der Bekleidungshändler beim Ergebnis deutlich zu. Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, den der Mutterkonzern Associated British Foods Plc (ABF) am Mittwoch veröffentlichte.

Demnach erwirtschaftete Primark in den 24 Wochen vor dem 2. März einen Umsatz in Höhe von 3,63 Milliarden Britischen Pfund (4,18 Milliarden Euro). Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum bedeutete das eine Steigerung um 4,4 Prozent. Den Zuwachs verdankte der Einzelhändler allerdings nur der fortgesetzten Expansion: Auf vergleichbarer Fläche sanken die Erlöse um 1,5 Prozent.

Krisenfest zeigte sich Primark auf dem schwierigen Heimatmarkt. In Großbritannien wurde der Umsatz um 2,3 Prozent verbessert, auch flächenbereinigt übertraf er das Vorjahresniveau (+0,6 Prozent). In den Staaten der Eurozone sorgten zahlreiche Neueröffnungen für ein währungsbereinigtes Wachstum um 5,3 Prozent, auf vergleichbarer Fläche sanken die Erlöse dort allerdings um 3,2 Prozent. Der Konzern begründete dies mit einem „Rückgang auf dem deutschen Markt“ und schwache Kundenfrequenzen in allen Ländern der Region während des Novembers. Im gesamten Berichtszeitraum seien aber „besonders starke Zuwächse“ in Spanien, Frankreich, Italien und Belgien erzielt worden. Im US-Geschäft konnte Primark seinen Umsatz dank einer neu eröffneten Filiale in Brooklyn und einem Plus auf vergleichbarer Fläche verbessern.

Auf die Probleme in Deutschland hat der Discounter inzwischen reagiert: So wurde das lokale Management neu aufgestellt, um auf die „anhaltend schwierigen“ Bedingungen zu reagieren. Zudem soll die Verkaufsfläche einiger Filialen verkleinert werden. Trotzdem expandiert das Unternehmen auch hierzulande weiter: So eröffnete Primark im vergangenen Oktober ein neues Geschäft in der Berliner City West und kürzlich auch eine Filiale in Wuppertal. Im laufenden Geschäftsjahr soll zudem noch ein Standort in Bonn hinzukommen.

Der operative Gewinn vor Sondereffekten wächst um ein Viertel

Deutliche Fortschritte machte der Textilhändler beim Ergebnis: Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn wuchs im Vergleich zur ersten Hälfte des Vorjahres um 25 Prozent auf 426 Millionen Britische Pfund (491 Millionen Euro). Das lag vor allem an einer deutlichen Verbesserung der operativen Marge, die von 9,8 auf 11,7 Prozent stieg. Als Gründe nannte das Unternehmen niedrigere Beschaffungskosten aufgrund des schwächeren US-Dollars sowie effizientere Einkäufe, konsequentes Bestandsmanagement und die Einschränkung von Rabattaktionen. Aufgrund des inzwischen gestiegenen Dollarkurses rechnet der Konzern mit einem Rückgang der operativen Marge im zweiten Halbjahr. Im gesamten Geschäftsjahr soll sie aber leicht über dem Vorjahresniveau liegen.

Der Mutterkonzern ABF, der auch im Lebensmittel- und Agrarsektor tätig ist, steigerte seinen Halbjahresumsatz um 1,5 Prozent auf 7,53 Milliarden Britische Pfund. Der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn schrumpfte vor allem aufgrund hoher Sondereffekte um 19,1 Prozent auf 389 Millionen Britische Pfund.

Foto: Primark
 

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