Primark wächst im ersten Halbjahr nur dank Neueröffnungen

Der irische Textildiscounter Primark schwächelt weiter. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2018/19 hat der Einzelhändler nur dank neu eröffneter Filialen ein Umsatzplus erzielt. Das geht aus einer Zwischenmitteilung hervor, die der Mutterkonzern Associated British Foods Plc (ABF) am Montag veröffentlichte. In Deutschland sind bei Primark nun sogar Einschnitte geplant.

ABF erwartet demnach, dass der Umsatz von Primark in den 24 Wochen vor dem 2. März um vier Prozent über dem Vorjahresniveau liegt. Zuwächse durch Neueröffnungen seien aber durch einen Umsatzrückgang um zwei Prozent auf vergleichbarer Fläche teilweise aufgezehrt worden.

Währungseffekte und geringere Preisnachlässe beflügeln den Gewinn

Positiv entwickelte sich der Gewinn des Bekleidungshändlers: Aufgrund „viel höherer Margen“ werde das Ergebnis „klar über dem Vorjahreszeitraum“ liegen, erklärte ABF. Dazu trugen niedrigere Beschaffungspreise aufgrund der schwachen Kursentwicklung des US-Dollars, Kostenkontrollmaßnahmen und die Einschränkung von Rabattaktionen bei. Hoffnung bereitet dem Konzern, dass die Nachfrage nach den neuen Produkten für die Frühjahr-Sommer-Saison „ermutigend“ gewesen sei.

In Großbritannien stiegen die Erlöse von Primark im ersten Halbjahr nach Angaben von ABF um zwei Prozent. Damit habe der Discounter seinen Marktanteil im Geschäft mit Kleidung, Schuhen und Accessoires deutlich ausgebaut. Schwache Umsätze im November seien durch gute Geschäfte in den übrigen Monaten ausgeglichen worden, seit dem vorigen Zwischenbericht im Januar habe sich die Nachfrage verbessert. Insgesamt erwartet der Mutterkonzern , dass die Halbjahreserlöse von Primark in Großbritannien flächenbereinigt das Vorjahresniveau erreichen.

In Deutschland sollen Filialen verkleinert werden

Auch in den Auslandsmärkten der Eurozone profitierte der Textilhändler von Neueröffnungen. Dort wird ein Umsatzplus von fünf Prozent erwartet. Besonders hoch seien die Zuwächse in Spanien, Frankreich, Italien und Belgien ausgefallen, erklärte ABF. Auf vergleichbarer Fläche gingen die Erlöse in der Gesamtregion allerdings um drei Prozent zurück.

„Weiterhin schwierig“ seien die Geschäfte in Deutschland verlaufen, räumte der Konzern ein. Dort habe Primark nun sein Management-Team verstärkt und plane gezielte Marketingmaßnahmen. Zudem liefen die Vorbereitungen, um „die Verkaufsflächen einer kleinen Zahl von Filialen zu verringern“. Ziel sei, auf diese Weise „die Kostenbasis zu optimieren“, erklärte ABF.

Trotzdem will Primark auch hierzulande weiter expandieren: Für das kommende Quartal ist die Eröffnung eines neuen Shops in Wuppertal geplant. Weitere Neueröffnungen wurden zudem für Großbritannien, Frankreich, Belgien und die Niederlande angekündigt. Im Sommer will Primark dann seine erste Filiale in Slowenien eröffnen, der Markteintritt in Polen und der Tschechischen Republik wurde bereits durch den Abschluss entsprechender Mietverträge vorbereitet.

Foto: Primark
 

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