PVH macht im ersten Quartal über eine Milliarde US-Dollar Verlust

Dass die Folgen der Covid-19-Pandemie auch den US-amerikanischen Bekleidungskonzern PVH Corporation hart treffen würden, war bereits vor der Veröffentlichung der aktuellen Quartalszahlen am Donnerstagabend klar gewesen. Doch die Resultate fielen noch schlechter aus, als die Analysten befürchtet hatten. Der Aktienkurs rutschte angesichts der enttäuschenden Ergebnisse deutlich ab. Nun hofft das Unternehmen, zu dem namhafte Marken wie Calvin Klein und Tommy Hilfiger gehören, auf eine Erholung nach der Wiedereröffnung zahlreicher Läden.

Im ersten Quartal 2020/21, das am 3. Mai endete, belief sich der Konzernumsatz von PVH auf 1,34 Milliarden US-Dollar (1,20 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete das einen Rückgang um 43 Prozent. Der Konzern begründete den Einbruch damit, dass ein Großteil der eigenen Boutiquen und der Geschäfte der weltweiten Handelspartner infolge der Corona-Krise für durchschnittlich sechs Wochen geschlossen waren. Positiv entwickelte sich das Onlinegeschäft, dessen Erlöse um 47 Prozent zulegten. Das reichte jedoch nicht aus, um die Umsatzeinbußen aufgrund der Ladenschließungen auch nur ansatzweise auszugleichen.

Betroffen waren alle Segmente des Konzerns: Der Umsatz des Labels Tommy Hilfiger schrumpfte um 39 Prozent (währungsbereinigt -37 Prozent) auf 646,5 Millionen US-Dollar, bei Calvin Klein sank er um 46 Prozent (währungsbereinigt -45 Prozent) auf 476,6 Millionen US-Dollar. In der Sparte Heritage Brands, in der die kleineren Konzernmarken geführt werden, gingen die Erlöse um 47 Prozent auf 220,9 Millionen US-Dollar zurück.

Demnächst sollen 85 Prozent der weltweiten Filialen wieder geöffnet sein

Die Folgen der Krise sorgten für einen mächtigen Quartalsverlust. Neben den Umsatzeinbußen infolge der angeordneten Schutzmaßnahmen trugen dazu Wertberichtigungen in Höhe von 962 Millionen US-Dollar bei, die der Konzern nach eigenen Angaben „aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Geschäfte des Unternehmens“ vornehmen musste. So stand unter dem Strich ein auf die Anteilseigner entfallender Nettoverlust in Höhe von knapp 1,10 Milliarden US-Dollar (975,8 Millionen Euro). Im Vorjahresquartal hatte PVH noch einen Überschuss von 82,0 Millionen US-Dollar erzielt.

Der Konzern hofft nun angesichts der Lockerungen von Schutzmaßnahmen in vielen wichtigen Märkten auf eine Erholung. Er erwartet, dass bis Mitte Juni 85 Prozent aller eigenen Läden weltweit wieder geöffnet sein werden. Allerdings dürfte es noch eine Weile dauern, bis die Umsätze das Niveau der Vorkrisenzeit erreichen. In den bereits wiedereröffneten Geschäften lagen die Erlöse bislang deutlich unter dem Vorjahreslevel. Die Kundenfrequenzen und Umsatztrends hätten sich aber von Woche zu Woche verbessert, erklärte PVH.

Foto: Tommy Hilfiger Facebook-Page

 

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