PVH steigert Jahresumsatz und warnt vor Coronavirus-Folgen

Der US-amerikanische Bekleidungskonzern PVH Corporation hat das Geschäftsjahr 2019/20 dank eines starken Schlussquartals mit einem überraschend deutlichen Umsatzplus abgeschlossen. Der Gewinn lag wie erwartet unter dem Vorjahresniveau. Das Unternehmen, zu dem unter anderem die Marken Tommy Hilfiger und Calvin Klein gehören, warnte am Mitttwochabend aber auch vor den noch unabsehbaren Folgen der Covid-19-Epidemie auf die laufenden Geschäfte.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 2. Februar abgeschlossen wurde, erwirtschaftete PVH einen Konzernumsatz in Höhe von 9,91 Milliarden US-Dollar (9,07 Milliarden Euro). Das entsprach einer Steigerung um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Wechselkursveränderungen lag die Wachstumsrate bei 4,8 Prozent.

Tommy Hilfiger bleibt Wachstumsmotor

Deutlich zulegen konnte die Marke Tommy Hilfiger, deren Erlöse aufgrund des starken Auslandsgeschäfts um 8,4 Prozent (währungsbereinigt +11,4 Prozent) auf 4,71 Milliarden US-Dollar stiegen. Aufgrund umfangreicher Restrukturierungsmaßnahmen und negativer Währungseffekte verfehlte der Umsatz von Calvin Klein mit 3,67 Milliarden Euro das Vorjahresniveau (-1,7 Prozent, währungsbereinigt +0.6 Prozent). Im Segment Heritage Brands, in dem die kleineren Labels des Konzerns zusammengefasst sind, schrumpfte der Umsatz um 3,3 Prozent auf 1,53 Milliarden US-Dollar.

Zahlreiche Sondereffekte prägten die Gewinnentwicklung. Neben den kostspieligen Umbaumaßnahmen bei Calvin Klein zählten dazu unter anderem Zu- und Verkäufe von Geschäftsbereichen, finanzielle Änderungen bei den Pensionsplänen und steuerliche Einmalfaktoren. Wegen der sich abzeichnenden Auswirkungen der Covid-19-Epidemie bildete der Konzern zudem im Schlussquartal zusätzliche Rückstellungen für überschüssige Lagerbestände. Darüber hinaus belasteten negative Währungseffekte das Ergebnis.

Wegen Covid-19: PVH verzichtet auf Prognosen und leitet Sparmaßnahmen ein

So sank der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 44,1 Prozent auf 417,3 Millionen US-Dollar (382,0 Millionen Euro). Der verwässerte Gewinn pro Aktie schrumpfte von 9,65 auf 5,60 US-Dollar. Bereinigt um Sondereffekte ging der Jahresüberschuss lediglich um 4,2 Prozent auf 711,3 Millionen US-Dollar zurück. Der entsprechend angepasste Gewinn pro Aktie lag bei 9,54 US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 rechnet der Konzern mit einem „erheblichen Einfluss“ der Coronavirus-Krise auf die Resultate. Angesichts der noch unabsehbaren Auswirkungen der Epidemie verzichtete er auf Prognosen für die kommenden Monate. Um die finanziellen Folgen abzumildern, hat das Unternehmen bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. So wurden Aktienrückkäufe gestoppt, Investitionen zurückgefahren und die Dividenden ab dem zweiten Quartal gestrichen. Zudem nahm der Konzern zusätzliche Kredite in Höhe von 750 Millionen US-Dollar in Anspruch, um die Liquidität zu stärken.

Foto: Tommy Hilfiger Facebook-Page

 

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