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PVH verkauft Traditionsmarken: ABG übernimmt Van Heusen, Izod, Arrow und Geoffrey Beene

Von Jan Schroder

23. Juni 2021

Business

Der US-amerikanische Bekleidungskonzern PVH Corporation kappt seine Wurzeln. Am Mittwoch gab das Unternehmen bekannt, dass es sein Segment „Heritage Brands“ mit den Marken Van Heusen, Izod, Arrow und Geoffrey Beene an den Mode- und Medienkonzern Authentic Brands Group LLC (ABG) verkaufen wird. Beide Unternehmen hätten eine bindende Vereinbarung über die Transaktion unterzeichnet, heißt es in einer Mitteilung. Nach Angaben von PVH wird ABG etwa 220 Millionen US-Dollar (184 Millionen Euro) für die geistigen Eigentumsrechte und weitere Vermögenswerte der Marken zahlen. Der Konzern will die Einnahmen für den Rückkauf eigener Aktien verwenden.

PVH begründete den Verkauf, der im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres vollzogen werden soll, mit dem strategischen Ziel, sich künftig auf seine beiden besonders populären und umsatzstarken Marken Tommy Hilfiger und Calvin Klein konzentrieren zu wollen. Die Trennung von den „Heritage Brands“ sei aber „eine schwere Entscheidung“ gewesen, räumte CEO Stefan Larsson ein. Schließlich hätten sie einst mit ihren Einnahmen „das Fundament gelegt“ und damit erst „die Möglichkeit geschaffen, PVH zu einem der weltgrößten Modeunternehmen auszubauen“, so Larsson. Der Konzern, der bis 2011 unter dem Namen Phillips-Van Heusen firmierte, hatte Calvin Klein 2002 und Tommy Hilfiger sogar erst 2010 übernommen.

PVH rechnet nun mit einem höheren Jahresgewinn

Angesichts der bevorstehenden Veränderungen im Portfolio passte PVH seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 an. Weil die bislang eingeplanten Beiträge der Heritage-Brands-Sparte nach dem Verkauf wegfallen, rechnet der Konzern nun nur noch mit einem Umsatzwachstum um 22 bis 24 Prozent. Bislang hatte er ein Plus von 24 bis 26 Prozent prognostiziert. Auf das Ergebnis soll sich der Verkauf positiv auswirken: Beim Jahresgewinn pro Aktie wurde die Zielmarke von 5,50 auf 6,60 US-Dollar angehoben. Dabei kalkuliert der Konzern mit einem Nettoerlös nach Steuern in Höhe von etwa 100 Millionen US-Dollar aus der nun verkündeten Transaktion.

Der ABG-Konzern setzt mit der Übernahme seine jüngste Einkaufstour fort. Die Unternehmensgruppe, zu der namhafte Marken wie Volcom, Forever 21, Barneys New York, Aéropostale und Nautica gehören, hatte sich in den vergangenen Monaten bereits die geistigen Eigentumsrechte von Eddie Bauer, Lucky Brand und Brooks Brothers gesichert.

Jamie Salter, der CEO von ABG, erläuterte die Pläne, die der Konzern nun mit Van Heusen, Izod, Arrow und Geoffrey Beene verfolgt: „Wir wollen unser globales Partnernetzwerk und unser Expertise in der Markenentwicklung dazu nutzen, die gute Arbeit von PVH fortzusetzen, indem wir ein nachhaltiges Lizenzgeschäft für die Marken schaffen“, erklärte er in einer Mitteilung.

Foto: Van Heusen Facebook-Page
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