Sports Direct beschließt Namensänderung nach starkem ersten Halbjahr

Der britische Handelskonzern Sports Direct International Plc heißt ab sofort Frasers Group plc. Die im vergangenen Monat angekündigte Namensänderung wurde am Montag von einer Aktionärsversammlung nahezu einstimmig beschlossen. Mit dem Schritt will die Unternehmensgruppe ihr neues Profil verdeutlichen. Das hatte sich durch zahlreiche Zukäufe gewandelt – unter anderem hatte der Konzern im August 2018 die insolvente Warenhauskette House of Fraser übernommen, die nun bei der Wahl des neuen Namens Pate stand. Die einzelnen Handelskonzepte des Unternehmens, zu denen der Sportartikelanbieter Sports Direct zählt, sind von der Umbenennung nicht betroffen.

Zukäufe lassen den Umsatz um 14 Prozent wachsen

Ebenfalls am Montag veröffentlichte der Konzern seine Zahlen für das erste Halbjahr 2019/20, das am 27. Oktober abgeschlossen wurde. Demnach konnte er beim Umsatz und Gewinn kräftig zulegen. So stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,0 Prozent auf 2,04 Milliarden Britische Pfund (2,42 Milliarden Euro). Dazu trugen die zahlreichen Zukäufe wie House of Fraser oder der im Sommer übernommenene Bekleidungsanbieter Jack Wills maßgeblich bei. Bereinigt um Akquisitionen und Wechselkursveränderungen wuchsen die Erlöse immerhin um 6,4 Prozent.

In der größten Sparte, dem Sportartikelhandel in Großbritannien, stieg der Umsatz um 6,2 Prozent auf 1,21 Milliarden Britische Pfund. Das lag aber ausschließlich an neu hinzugekauften Geschäftsbereichen. Bereinigt um deren Anteile schrumpften die Erlöse des Segments um 8,6 Prozent.

Im Bereich Premium Lifestyle legte der Umsatz um 79,2 Prozent auf 282,6 Millionen Britische Pfund zu. Den deutlichen Zuwachs verdankte die Sparte der Tatsache, dass die Erlöse von House of Fraser erstmals für den gesamten Zeitraum verbucht wurden. Im Vorjahr waren lediglich die Umsätze der elf Wochen nach dem Vollzug der Übernahme in die Bilanz eingegangen.

Der ausgewiesene Halbjahresüberschuss stieg um knapp 36 Prozent

Im europäischen Einzelhandel stiegen die Erlöse um 16,7 Prozent auf 365,5 Millionen Britische Pfund, im Rest der Welt gingen sie um 8,5 Prozent auf 92,1 Millionen Britische Pfund zurück. Der Umsatz im Großhandelsgeschäft und aus Lizenzeinnahmen erreichte eine Höhe von insgesamt 92,0 Millionen Britischen Pfund (+14,9 Prozent).

Beim Ergebnis profitierte der Konzern von einer höheren Bruttomarge und Kostensenkungen im Kerngeschäft. Allerdings beeinflussten zahlreiche Sondereffekte aufgrund der Akquisitionen und des Verkaufs eines Vertriebszentrums sowie die Folgen der erstmaligen Anwendung des Buchhaltungsstandards IFRS 16 die Gewinnentwicklung. Bereinigt um die Auswirkungen der neuen Rechnungslegungsmethode wurde das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt: Er stieg um 160,0 Prozent von 74,4 auf 193,4 Millionen Britische Pfund. Unter Ausklammerung von Sondereffekten legte es immerhin um 58,1 Prozent auf 101,8 Millionen Britische Pfund zu. Der auf die Anteilseigner entfallende Halbjahresüberschuss wuchs um 35,9 Prozent auf 61,3 Millionen Britische Pfund (72,5 Millionen Euro).

Foto: Sports Direct

 

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