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Trotz kräftiger Erholung im zweiten Quartal: Ahlers senkt Umsatzprognose

Von Jan Schroder

7. Juli 2021

Business

Foto: Baldessarini Facebook-Page

Der Herforder Bekleidungsanbieter Ahlers AG hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 von den Lockerungsschritten im Einzelhandel profitiert und ein deutliches Umsatzplus erzielt. Trotzdem senkte das Unternehmen angesichts der anhaltenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie seine Prognose für das Gesamtjahr. „Die Aufholung der Lockdown-bedingten Umsatzeinbußen der ersten sechs Monate 2020/21 dürfte im zweiten Geschäftshalbjahr nicht im bisher prognostizierten, weitgehenden Maße gelingen“, räumte CEO Stella Ahlers am Mittwoch in einem Zwischenbericht ein.

In den Monaten März bis Mai erwirtschaftete der Konzern, zu dem Marken wie Baldessarini, Pierre Cardin und Otto Kern gehören, einen Umsatz in Höhe von 36,9 Millionen Euro. Das entsprach einer Steigerung um 89 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres. Gründe für den deutlichen Zuwachs seien „vor allem die niedrige Vorjahresvorlage sowie die kurzfristigen Lockerungen der pandemie-bedingten Eindämmungsmaßnahmen“ gewesen, erläuterte das Unternehmen.

Im gesamten ersten Halbjahr lag der Umsatz allerdings aufgrund der Einbußen im Auftaktquartal mit 59,3 Millionen Euro um 16,1 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Die Umsatzentwicklung habe damit „am unteren Rand der Erwartungen“ gelegen, räumte Ahlers ein. Kräftig zulegen konnte immerhin der eigene E-Commerce mit einem Plus von 56 Prozent.

Der Nettoverlust wurde in der ersten Jahreshälfte von 9,4 auf 4,1 Millionen Euro verringert. Das lag nach Angaben des Unternehmens allerdings an positiven Sondereffekten in Höhe von insgesamt 9,1 Millionen Euro. Diese resultierten aus „staatlichen Überbrückungshilfen“ und dem Verkauf einer „nicht betriebsnotwendigen Immobilie“.

Angesichts der vorliegenden Zahlen revidierte der Bekleidungsanbieter seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Die Entwicklung der Corona-Pandemie habe „europaweit zu umfangreicheren und länger anhaltenden Eindämmungsmaßnahmen geführt als ursprünglich angenommen“, erläuterte Konzernchefin Ahlers. Der Vorstand rechnet daher nicht mehr damit, dass die Einbußen der ersten Monate „im weiteren Jahresverlauf annähernd ausgeglichen werden“. Stattdessen prognostiziert er nun einen Jahresumsatz, der „bestenfalls im mittleren einstelligen Prozentbereich unterhalb des Vorjahreswerts liegen dürfte“. Im Geschäftsjahr 2019/20 hatte Ahlers einen Konzernumsatz in Höhe von 151,6 Millionen Euro erzielt.

Aufgrund der positiven Einmalfaktoren erwartet das Unternehmen inzwischen aber einen niedrigeren Verlust. „Im Gesamtgeschäftsjahr 2020/21 werden Sondererträge aus den staatlich gewährten Überbrückungshilfen jedoch zu hohen positiven Sondereffekten führen. In Folge dessen dürften sich das Ergebnis vor und nach Ertragsteuern deutlich stärker verbessern als bisher erwartet“, heißt es in einer Mitteilung. Das Konzernergebnis werde „zwar erneut negativ ausfallen, sich aber gegenüber dem Vorjahreswert etwa halbieren“. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Ahlers einen Nettoverlust von 18,4 Millionen Euro verbucht.