VF Corporation: Trennung von der Denim-Sparte lässt Quartalsgewinn abrutschen

Für Steve Rendle, den Chef des US-amerikanischen Bekleidungskonzerns VF Corporation, begann im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 ein „neues Kapitel“ der Unternehmensgeschichte. Er bezog sich dabei auf den Umzug der Zentrale nach Denver – vor allem aber auf die im Mai vollzogene Abspaltung des Denim-Segments. Seither gehören die Marken Wrangler, Lee und Rock & Republic nicht mehr zu VF, sondern zum neu gegründeten Konzern Kontoor Brands Inc., der als eigenständiges Unternehmen an der Börse notiert ist. Die Trennung hatte naturgemäß große Auswirkung auf die Zahlen für das Auftaktquartal, die VF am Mittwoch vorlegte. Vor allem die Ergebnisentwicklung war von Sondereffekten geprägt. Insgesamt fielen die Resultate aber so gut aus, dass der Konzern seine Jahresprognosen leicht nach oben korrigierte.

Das Label Vans bleibt der wichtigste Wachstumsmotor

Der Umsatz aus fortgeführten Geschäften – also ohne die inzwischen zu Kontoor Brands gehörenden Bereiche – belief sich in den Monaten April bis Juni auf 2,27 Milliarden US-Dollar (2,04 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahresquartal bedeutete das eine Steigerung um sechs Prozent (währungsbereinigt +9 Prozent). Die größte Sparte Active erzielte ein Umsatzplus von acht Prozent (währungsbereinigt +11 Prozent) und kam auf 1,23 Milliarden US-Dollar. Wachstumsmotor war erneut das Label Vans, dessen Erlöse um zwanzig Prozent (währungsbereinigt +23 Prozent) zulegten.

Im Segment Outdoor wuchs der Umsatz um sieben Prozent (währungsbereinigt +11 Prozent) auf 610,6 Millionen US-Dollar. Die Erlöse der Marke The North Face stiegen um neun Prozent (währungsbereinigt +12 Prozent) und konnten damit schwächere Zahlen von Timberland (-1 Prozent, währungsbereinigt +2 Prozent) mehr als kompensieren. In der Sparte Work mit dem Label Dickies lag der Umsatz mit 422,5 Millionen US-Dollar geringfügig unter dem Vorjahresniveau, währungsbereinigt stieg er um ein Prozent.

Der Konzern hob seine Jahresprognosen leicht an

Der operative Gewinn aus fortgeführten Geschäften stieg um 18 Prozent auf 133,3 Millionen US-Dollar. Bereinigt um Sondereffekte wuchs er sogar um 23 Prozent. Der ausgewiesene Nettogewinn lag allerdings deutlich unter dem Vorjahresniveau: Er schrumpfte um 69 Prozent auf 49,2 Millionen US-Dollar (44,1 Millionen Euro). Das lag jedoch ausschließlich am Ergebnisbeitrag der inzwischen abgegebenen Denim-Sparte. Er drückte den Konzerngewinn um 48,0 Millionen US-Dollar, weil Sonderbelastungen im Zuge der Trennung in Höhe von 59,5 Millionen US-Dollar verbucht werden mussten. Der Quartalsüberschuss aus fortgeführten Geschäftsfeldern wurde hingegen deutlich verbessert: Er stieg um 58 Prozent auf 97,2 Millionen US-Dollar.

Angesichts der vorliegenden Zahlen hob der Konzern seine Jahresprognosen leicht an: Er rechnet nun mit einem Umsatz aus fortgeführten Geschäften in Höhe von 11,8 Milliarden US-Dollar, was eine Steigerung um sechs Prozent (währungsbereinigt +8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde. Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis pro Aktie der beibehaltenen Konzernsparten erwartet das Unternehmen jetzt trotz zusätzlicher Investitionen ein Wachstum um 16 bis 18 Prozent auf 3,32 bis 3,37 US-Dollar. Zuvor waren 3,30 bis 3,35 US-Dollar prognostiziert worden.

Foto: Vans Facebook-Page

 

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