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Altbewährtes und viel Neues: Premium feiert Rückkehr nach Berlin

Von Jan Schroder

7. Juli 2022

Messen

Foto: FashionUnited

Am Donnerstag hatte das Warten ein Ende: Erstmals seit zweieinhalb Jahren fanden in Berlin wieder Modemessen statt. Am Vormittag öffneten die Schwestermessen Premium und Seek ihre Pforten – und wurden vom Fachpublikum dankbar angenommen. Schnell herrschte reges Treiben in den historischen Hallen des Messegeländes unter dem Funkturm. Nach der langen Zwangspause schien umgehend die vielbeschworene neue Normalität eingekehrt zu sein.

Foto: FashionUnited

Dass die Messegesellschaft Premium Group mit ihren beiden Veranstaltungen der Hauptstadt vor zwei Jahren den Rücken kehren und in Frankfurt am Main zum Eckpfeiler der „Frankfurt Fashion Week“ werden wollte, spielte keine Rolle mehr. Schließlich konnten Premium und Seek aufgrund der Covid-19-Pandemie nie in der Mainmetropole stattfinden, ehe der neue Berliner Senat sein Engagement verstärkte und so die Rückkehr der Veranstaltungen ermöglichte.

Die Premium-Gruppe bündelt ihre Veranstaltung erstmals auf dem Berliner Messegelände

Doch seit dem Januar 2020 ist viel passiert – und so war auch auf den Messen der Premium Group beim Neustart in der Hauptstadt einiges anders. Da ist zuallererst die Location: Erstmals konnte die Messegesellschaft ihre Veranstaltungen, die zuvor über die Stadt verstreut waren, an einem Ort zum „Premium Kosmos“ mit mehr als 800 ausstellenden Marken bündeln.

Foto: FashionUnited

So fanden Premium, Seek und die Fachkonferenz Fashiontech zwar nicht unter einem Dach, aber immerhin in einem zusammenhängenden Gebäudekomplex statt. Und der erwies sich als passender Rahmen: Statt des rustikalen Industriecharmes, den die Arena Treptow und die Hallen des ehemaligen Postgüterbahnhofs am Gleisdreieck verströmt hatten, bildete die klare, rationalistische Formensprache des in 30er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts errichteten Messegeländes im Berliner Westen eine zurückhaltende, aber stimmungsvolle Kulisse, die vor allem größere Marken mit individuell gestalteten Ständen wirkungsvoll bespielten.

Premium und Seek sind nun die einzigen Modemessen in Berlin

Neu sind auch die Rahmenbedingungen: Die Messen der Premium-Gruppe vertreten die Modebranche in Berlin nun alleine. Die früheren Konkurrenzveranstaltungen sind mittlerweile von der Bildfläche verschwunden: Die Mainstream-Messe Panorama und ihre anspruchsvolle Tochter Selvedge Run gaben nach der Insolvenz im Frühjahr 2020 auf, die Öko-Leitmesse Neonyt fand kürzlich in Frankfurt am Main als reine Publikumsveranstaltung statt.

Foto: FashionUnited

Das hatte naturgemäß Auswirkungen auf das Ausstellerportfolio der Premium-Messen: Zahlreiche Marken, die zuvor andere Plattformen in Berlin bevorzugt hatten, sind nun auf Premium und Seek vertreten. Entsprechend breiter sind beide Veranstaltungen aufgestellt – die klar umrissenen Profile der Messen wurden dadurch etwas aufgeweicht, gleichzeitig bieten sie dem Fachpublikum nun eine umfassendere Auswahl.

Foto: FashionUnited

So verschob sich das Spektrum der Seek von einem klar auf sportive Freizeitmode ausgerichteten Portfolio stärker in Richtung Nachhaltigkeit – dort sind nun auch Pioniere der grünen Mode wie das Label Lanius vertreten, das bislang auf der Neonyt zu sehen war. Insgesamt präsentieren sich diesmal mehr als achtzig nachhaltige Marken unter dem Dach des neuen „Conscious Club“ auf der Seek. Die Premium assimilierte hingegen populäre Marken wie Mango, die vorher auf der Panorama zu sehen waren.

Das für die Öffentlichkeit zugängliche Modefestival „The Ground“ feiert Premiere

Die revolutionärste Neuerung im „Premium Kosmos“ konnte sich am ersten Öffnungstag bis zum Nachmittag noch nicht so richtig entfalten: Mit dem auf ein junges Publikum ausgerichteten Bereich „The Ground“ wurde erstmals eine eigene Veranstaltung für die Öffentlichkeit organisiert.

Foto: FashionUnited

Doch bei konstantem Nieselregen und 16 Grad Außentemperatur mochte die angestrebte Festivalstimmung erst einmal nicht aufkommen. Aber so richtig Fahrt aufnehmen sollte das Event, bei dem neben Mode auch Musik und Popkultur auf dem Programm stehen, ohnehin erst gegen Abend.

Foto: FashionUnited

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