Premium abgesagt, Gallery auf September verschoben

In Deutschland können wegen des Coronavirus Großveranstaltungen, mit mehr als 1000 Menschen, frühestens im September wieder stattfinden. Das trifft auch die internationalen Modemessen in Düsseldorf und Berlin.

Am Montag wurde bereits bekannt, dass die Neonyt nicht am ursprünglichen Sommertermin stattfinden wird. Jetzt melden sich auch Premium und Gallery zu Wort. Während in Düsseldorf die kommende Sommersaison in den Herbst verschoben wird, scheint sich Berlin von der Ausrichtung einer Messe im Sommer zu verabschieden.

Premium und Seek abgesagt

In der Sommersaison werden die Messen Premium und Seek, sowie die Fashiontech-Konferenz nicht stattfinden - stattdessen soll in Zusammenarbeit mit dem digitalen B2B-Marktplatz Joor eine alternative Handelsoption geboten werden, teilte die Premium-Gruppe am Mittwoch mit.

Im April wurde der ursprüngliche Termin vom 31. Juni bis 2. Juli 2020 auf den 28. bis 30. Juli verschoben. Der Beschluss von Bund und Ländern, Großveranstaltungen mit über 1000 Besucher bis Ende August zu untersagen, macht dabei dem ursprünglichen Plan einen Strich durch die Rechnung.

"Wir bedauern die Entscheidung natürlich sehr, vor allem nach dem Erfolg unserer Veranstaltungen im Januar. Das Verbot von Großveranstaltungen gibt es schon seit einiger Zeit und wird öffentlich diskutiert. Es tut uns weh, es zu tun, aber wir sind uns auch unserer Verantwortung bewusst. Wenn die Absage unserer Messen, Konferenzen und Partys zur Sicherheit unserer Kunden und Besucher beiträgt, dann müssen wir diesen Schritt tun”, sagt Premium Geschäftsführerin Anita Tillmann in der Mitteilung.

In den letzten Wochen stand das Unternehmen mit Marken und Partnern in Kontakt, um “mögliche Ansätze, Konzepte und neue Schwerpunktthemen für den Sommer zu diskutieren.” Digitalisierung scheint dabei das Resultat zu sein.

“Wir arbeiten seit etwa einem Jahr eng mit Joor, dem weltweit führenden B2B-Marktplatz, zusammen, nachdem wir unsere eigene digitale Plattform Veee.com erfolgreich integriert haben. Joor hat den gesamten Beschaffungsprozess digitalisiert und sorgt für einen nahtlosen, funktionierenden Großhandelsprozess auf internationaler Ebene - sowohl für Marken als auch für Einzelhändler”, so Tillmann weiter.

Für die kommende Zeit während der Pandemie sollen Webinare und digitale Bestell-Lösungen angeboten werden, um die Zeit effizient zu nutzen. “Auch wenn heutzutage vieles digital stattfinden kann, ersetzt es nicht die physische Begegnung im persönlichen Gespräch. Das haben wir in der heutigen Situation mehr denn je erlebt.”

Für 2021 soll ein neues Konzept ausgearbeitet werden. Dafür werde man sich mit allen Beteiligten in Verbindung setzen, um sicherzustellen, dass diese wieder einsatzfähig sind. “Wir nehmen die Herausforderung an und werden auf die Branche zurückkommen, wenn wir Neuigkeiten haben.”

Gallery wird verschoben

Anfang März trotzte die letzte Ausgabe der Messe Gallery Shoes noch dem Coronavirus. Am Mittwoch teilte der Veranstalter Igedo Company mit, dass die für Juli geplante Gallery Fashion verschoben und gemeinsam mit der Gallery Shoes stattfinden wird.

„Die Zusammenlegung der beiden Messetermine, inklusive flankierendem Showroom Concept für das zweite Halbjahr 2020 um den ursprünglichen Messetermin der Gallery Shoes herum, sehen wir im Rahmen der Sondersituation Covid-19 für die Branche hinsichtlich der Mehrwerte als einzig sinnvoll. Danach analysieren wir mit der Branche die Terminierung der neuen Orderrunde 2021 neu”, sagte Ulrike Kähler, Managing Director von Igedo, in der Mitteilung am Mittwoch.

Das neue Datum wurde unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben zu Covid-19 auf den Zeitraum vom 30. August bis 3. September 2020 verlegt, der um den eigentlich geplanten Termin der Schuhmesse liegt. Die vereinte Messe plant für das Showroom Concept eine Teilbelegung des Messegeländes Areal Böhler in Düsseldorf.

Außerdem sei man “in engem Kontakt mit ‚Supreme Women & Men Düsseldorf‘ um für den Handel die Kraft am Standort Düsseldorf zu erhalten“, so Kähler weiter. „Seitens der Aufplanung der Hallen auf dem Areal Böhler für unsere Messe stellt dies eine neue spannende Herausforderung dar, auf die wir uns jedoch sehr freuen. Natürlich immer vorbehaltlich der Vorgaben seitens Behörden und Gesetzgebung zu Veranstaltungen in der Sondersituation Covid-19.“

 

 

 

 

Foto: Lisa Dartmann für FashionUnited

 

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