Hohe Zuwächse in Nordamerika und Asien halten Adidas auf Kurs

Trotz schwacher Geschäfte in Westeuropa und negativer Währungseffekte hat der Sportartikelkonzern Adidas AG seinen Höhenflug im dritten Quartal 2018 fortgesetzt. Zu verdanken hatte er das vor allem den erneut glänzenden Zahlen in Nordamerika und Asien. Insgesamt konnte das Unternehmen seinen Umsatz leicht verbessern und den Gewinn deutlich steigern. Angesichts der vorliegenden Resultate hob der Vorstand die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr an.

„Wir haben im dritten Quartal erneut qualitativ hochwertiges Wachstum erzielt“, erklärte Vorstandschef Kasper Rorsted am Mittwoch in einer Mitteilung. „Die Umsatzsteigerung ist auf zweistellige Zuwächse in unseren strategischen Fokusbereichen Nordamerika, China und E-Commerce zurückzuführen. Gleichzeitig haben wir trotz eines bedeutenden Anstiegs der Marketinginvestitionen und deutlich negativer Währungseffekte starke Profitabilitätsverbesserungen erzielt.“ Adidas sei damit „weiterhin auf dem besten Weg“, die langfristigen Ziele bis 2020 zu erreichen, so Rorsted.

Der Konzernumsatz steigt im dritten Quartal um 3,5 Prozent

In den Monaten Juli bis September erreichte der Konzernumsatz 5,87 Milliarden Euro und lag damit um 3,5 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Bereinigt um Wechselkursveränderungen stiegen die Erlöse um acht Prozent. Das Unternehmen begründete das mit zweistelligen Zuwächsen im eigenen Einzelhandel, die vom starken Online-Geschäft (+76 Prozent) beflügelt wurden. Die Kernmarke Adidas steigerte ihren Umsatz um 4,9 Prozent (währungsbereinigt +9,8 Prozent) auf 5,34 Milliarden Euro, das Label Reebok musste einen Rückgang um 10,1 Prozent (währungsbereinigt -4,7 Prozent) auf 436 Millionen Euro hinnehmen.

Auch im abgelaufenen Quartal konnte sich der Konzern auf seine wichtigsten Wachstumsmärkte verlassen: In Nordamerika stieg der Umsatz um 15,5 Prozent (währungsbereinigt +16,5 Prozent) auf 1,27 Milliarden Euro, im asiatisch-pazifischen Raum legte er um 13,8 Prozent (währungsbereinigt +15,2 Prozent) zu und erreichte 1,89 Milliarden Euro. Herausragend entwickelten sich dabei die Geschäfte in China: Dort erzielte Adidas ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 26 Prozent.

In Westeuropa schrumpften die Erlöse

Weniger erfolgreich war der Konzern in seinem Stammmarkt Westeuropa: Dort sank der Umsatz um 1,5 Prozent (währungsbereinigt -1,3 Prozent) auf 1,65 Milliarden Euro. Auch in den übrigen Regionen schrumpften die Erlöse: In Lateinamerika gingen sie um 32,2 Prozent (währungsbereinigt -0,4 Prozent) auf 340 Millionen Euro zurück, im Segment Emerging Markets sanken sie um 12,6 Prozent (währungsbereinigt -2,4 Prozent) auf 329 Millionen Euro. In Russland/GUS sorgten Wechselkursveränderungen für einen Rückgang um 4,3 Prozent auf 166 Millionen Euro, währungsbereinigt stieg der Umsatz dort allerdings um 6,5 Prozent.

Der Nettogewinn wächst um ein Viertel

Sein Ergebnis konnte der Konzern überproportional verbessern. Das lag vor allem an einer deutlichen Steigerung der Bruttomarge, die durch einen „verbesserten Preis- und Vertriebskanalmix“ erreicht wurde. Zudem verbuchte das Unternehmen höhere Sondereinnahmen „im Zusammenhang mit der Auflösung von Rückstellungen im operativen Bereich aus dem Vorjahr und Erträgen aus Rechtsstreitigkeiten im ersten Halbjahr“. So konnten auch gestiegene Marketingausgaben kompensiert werden.

Der operative Gewinn wuchs daher im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13,2 Prozent auf 901 Millionen Euro, der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen um 19,5 Prozent auf 656 Millionen Euro. Der auf die Anteilseigner entfallende Quartalsüberschuss stieg um 25,1 Prozent auf 658 Millionen Euro.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres lag der Konzernumsatz damit bei 16,7 Milliarden Euro (+3,2 Prozent). Der Nettogewinn wurde gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 40,0 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro gesteigert.

Adidas erwartet nun eine höhere Gewinnsteigerung im laufenden Geschäftsjahr

Die vorliegenden Zahlen veranlassten den Konzern, die Jahresprognosen zu justieren. Aufgrund der nachlassenden Nachfrage in Westeuropa wurde die Umsatzprognose leicht gesenkt: Hatte der Vorstand bisher ein währungsbereinigtes Wachstum um „etwa zehn Prozent“ angepeilt, rechnet er jetzt nur noch mit einem Plus „zwischen acht und neun Prozent“.

Die Ergebnisprognose wurde hingegen angesichts der zuletzt gestiegenen Profitabilität angehoben: Das Unternehmen erwartet nun einen Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von 1,660 bis 1,720 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr würde das eine Steigerung um 16 bis 20 Prozent bedeuten. Zuvor hatte der Zielkorridor lediglich bei 1,615 bis 1,675 Milliarden Euro gelegen.

Adidas, 3. Quartal 2018
Umsatz 5,87 Milliarden Euro
Nettogewinn 658 Millionen Euro

 

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