Gucci: Alessandro Michele übernimmt Verantwortung für Blackface-Skandal

In der letzten Woche musste das italienische Luxuslabel Gucci lernen, wie schnell selbst ein einziges unglücklich designtes Kleidungsstück ein PR-Debakel auslösen kann: Gucci hatte einen Pullover vom Markt genommen, der Vorwürfe des Rassismus auf sich zog. Es handelte sich um einen schwarzen Pullover für 890 US-Dollar, dessen Rollkragen zur Sturmhaube umfunktioniert werden konnte. Die Farbe des Pullovers zusammen mit einem rot umrandeten Loch für den Mund löste „Blackface“-Vorwürfe und eine Welle der Empörung in den sozialen Medien aus.

Seitdem haben sowohl Guccis CEO Marco Bizzarri als auch Chefdesigner Alessandro Michele den Vorfall kommentiert und sich entschuldigt. Beide schickten lange E-Mails an das Unternehmen, die dieses dann an die Presse weitersendete.

„Wir haben einen Fehler gemacht. Einen großen“, sagte Bizzarri, und schob die Schuld des Vorfalls auf „kulturelle Unwissenheit“, wobei er jedoch erkannte, dass diese keine Entschuldigung dafür sein könne, Kunden mit einem Produkt zu beleidigen.

Alessandro Michele, der als Designchef direkt für das Design des Pullovers verantwortlich war, sagte, er habe sich von Leigh Bowery inspirieren lassen, einem australischen Performance-Künstler, der sich oft übertrieben rote Lippen anmalte. Wobei man jedoch hinzufügen sollte, dass Bowery sich die roten Lippen in einem stark weiß geschminkten Gesicht malte, das an einen Harlekin oder Pierrot erinnerte.

Michele schrieb, dass die rassistischen Assoziationen, die durch seinen Pullover hervorgerufen werden, ihm "den größten Kummer" bereiten und dass "es daher notwendig sei, die volle Verantwortung für diese Reaktionen zu übernehmen".

„Die Art und Weise, wie wir als Unternehmen dargestellt wurden, spiegelt nicht wider, wer wir sind und wofür wir stehen", schrieb auch Bizzarri und fügte hinzu, dass Guccis Werte Selbstdarstellung, Vielfalt, Gemeinschaftsbildung und Integration" seien und dass er hoffe, dass die Marke aus ihren Fehlern lernen könne."Wir werden diese Herausforderung als Auftrag annehmen, um eine stärkere Organisation zu schaffen. Das ist eine Verpflichtung, die wir alle teilen“, fügte er hinzu.

Ob dies genügt, bleibt abzuwarten, riefen doch Rapper wie T.I. und 50 Cent, die sich gern in Luxusmarken wie Chanel, Prada und Gucci kleiden, doch aufgrund des jüngsten Skandals zum Boycott der Marke auf. 50 Cent verbrannte in einem Video ein Gucci-Shirt als Antwort, während Soulja Boy sich ebenfalls in einem Video an Gucci wandte und Sarafee gleich einen Anti-Gucci-Song aufnahm. Auch der deutsche Rapper Manuellsen solidarisierte sich mit 50 Cent und teilte dessen Video mit seinen Anhängern. Ob Gucci sich den Zorn von Millionen verärgerter Fans leisten kann, werden die nächsten Quartalszahlen zeigen.

Foto: Alessandro Michele / Gucci
 

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