Selfridges: ab 2020 kein Exotenleder mehr

Die britische Kaufhauskette Selfridges wird ab Februar 2020 auf Exotenleder wie von Schlangen oder Krokodilen verzichten und nur noch Leder verkaufen, das aus landwirtschaftlichem Viehbestand stammt. Dies gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom gestrigen Dienstag bekannt und schließt sich damit einer wachsenden Liste von Einzelhändlern an, die dem Ruf nach einem ethischeren Konsum stattgeben.

„Bei Selfridges fühlen wir uns verpflichtet, an der Spitze des zukunftsorientierten Einzelhandels zu stehen. Für uns ist das eine Zukunft, in der Luxus durch Handwerkskunst und Materialinnovationen definiert wird. Ich bin stolz darauf, bestätigen zu können, dass Exotenleder ab Februar 2020 nicht mehr bei Selfridges erhältlich sein wird. Wir werden weiterhin bestrebt sein, unsere Marken und Kunden durch durchdachte, ethische und transparente Einkaufsstrategien zu inspirieren“, versprach Sebastian Manes, Einkaufschef von Selfridges, in der Pressemitteilung.

Das heißt, dass Luxusmodemarken, die immer noch Handtaschen, Schuhe oder Uhren mit Schlangen-, Alligator-, Krokodil- oder einem anderen exotischen Leder anbieten, dies bei Selfridges nur noch ein Jahr lang tun können. Danach heißt es, sich selbst umzustellen (wie etwa Victoria Beckham), sich nach anderen Verkaufswegen umzusehen oder sicherzustellen, dass das bezogene Leder bestimmten Standards unterliegt, wie zum Beispiel der Luxuskonzern LVMH mit Krokodilleder.

„Indem Selfridges die Häute wilder Tiere verbietet, meidet es sowohl Grausamkeiten für die Mode als auch leistet seinen Beitrag dazu, dass wilde Tiere in der Wildnis bleiben und weiterhin ihre einzigartige und lebenswichtige Rolle in ihren Ökosystemen spielen“, kommentierte P.J. Smith, Direktor für Modepolitik des Internationalen Tierschutzbunds laut Business of Fashion. „Diese Maßnahmen sind auch wirtschaftlich sinnvoll für Unternehmen, die mit dem Tierschutz Schritt halten wollen, da Verbraucher zunehmend nach Produkten suchen, die auf das Quälen von Tieren verzichten.“

Selfridges verbot Pelz bereits 2005, als eines der ersten Kaufhäuser, und ist stolz auf sein „langjähriges Engagement, Ethik und Nachhaltigkeit ins Zentrum seiner kommerziellen Entscheidungen und des Kundenerlebnisses“ zu stellen. Die „Buying Better, Inspiring Change“-Initiative, die 2016 ins Leben gerufen wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2022 mindestens 50 Prozent Produkte anzubieten, die besser für Menschen und den Planeten sind.

„Es ist wunderbar zu sehen, wie Selfridges den Verkauf exotischer Tierhäute beendet; ein Schritt, der unzählige Krokodile und Schlangen vor dem Verlust ihres Lebens bewahren wird. Als Selfridges vor mehr als einem Jahrzehnt pelzfrei wurde, positionierte er sich als Einzelhändler an der Spitze der mitfühlenden Mode. Das Verbot exotischer Tierhäute in Anerkennung der ernsten Tierschutzfragen, die in dieser Branche bestehen, ist ein natürlicher nächster Schritt für einen verantwortungsbewussten Einzelhändler", sagte Claire Bass, Geschäftsführerin des Internationalen Tierschutzbundes in der Pressemitteilung.

Der Luxuseinzelhändler bestätigte, ab Februar nächsten Jahres nur noch Leder aus landwirtschaftlichem Viehbestand anzubieten, wozu Rinds- und Kalbsleder, Schafleder, Schweinsleder, Ziegenleder, Wasserbüffelleder und Lammleder gehören.

Foto: gehören bald der Vergangenheit an: Accessoires aus Krokoleder / Selfridges Website
 

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