Wolford reduziert Jahresverlust und plant Rückkehr in die Gewinnzone

Beim österreichischen Bekleidungsunternehmen Wolford AG sieht man sich auf dem richtigen Weg: Nach einschneidenden Sparmaßnahmen wurde der Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 deutlich reduziert. „Wir haben die unternehmensinternen Prozesse schlanker gemacht und optimiert und Überkapazitäten systematisch abgebaut“, heißt es im Geschäftsbericht, der am Freitag veröffentlicht wurde. Die Effekte der Restrukturierungsbemühungen sollen sich im laufenden Jahr sogar „noch deutlicher zeigen“ und für weitere Ergebnisverbesserungen sorgen.

Beim Umsatz ging es zuletzt allerdings wie erwartet weiter abwärts. Hier soll künftig die Expansion in Asien Abhilfe schaffen, bei der die Österreicher auf die Unterstützung durch den neuen chinesischen Mehrheitseigentümer Fosun Industrial Holdings Limited setzen. Zudem plant das Unternehmen die Stärkung seines Online-Geschäfts.

Im Geschäftsjahr 2017/18 sank der Umsatz von Wolford um 3,4 Prozent

Im abgelaufenen Geschäftsjahr kam Wolford auf einen Umsatz in Höhe von 149,1 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Rückgang um 3,4 Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen sanken die Erlöse um 1,4 Prozent. Umsatzrückgänge in einigen wichtigen Märkten, etwa in Deutschland (-0,9 Prozent), der Schweiz (-3,2 Prozent), den USA (-6,3 Prozent), Asien (-6,4 Prozent), Großbritannien (-9,6 Prozent) und Frankreich (-13,6 Prozent) konnten durch ein deutliches Plus in Osteuropa (+32,3 Prozent) und Zuwächse unter anderem in Österreich (+2,7 Prozent), den Niederlanden (+3,5 Prozent), Spanien (+2,6 Prozent) und Italien (+1,8 Prozent) nicht ganz ausgeglichen werden. Hoffnungen bereitet aber das eigene Online-Geschäft, in dem die Gesamterlöse um 23,1 Prozent auf knapp 3,0 Millionen Euro stiegen.

Fortschritte machte Wolford beim Ergebnis. Dazu trug unter anderem die Senkung der Personalkosten um rund 6,3 Millionen Euro bei. Zudem fielen geringere Sonderbelastungen wie Abschreibungen an. So wurde der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 41,3 Prozent reduziert: Er sank von 15,7 auf 9,2 Millionen Euro. Auch unter dem Strich stand ein deutlich niedrigerer Fehlbetrag. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Nettoverlust um 35,5 Prozent auf 11,5 Millionen Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr soll wieder ein "positives operatives Ergebnis" erzielt werden

Im laufenden Geschäftsjahr setzt das Unternehmen auf zusätzliche Effekte des jüngsten Sparprogramms. So will Wolford nun operativ in die Gewinnzone zurückkehren. „Die positiven Ergebnisse der Restrukturierung werden im laufenden Geschäftsjahr deutlich sichtbar werden, sodass Wolford für 2018/19 weiterhin ein positives operatives Ergebnis erwartet“, erklärte das Unternehmen.

Die Nachfrage leide aber weiterhin unter schwierigen Rahmenbedingungen. „Folglich müssen wir die Rückkehr in die Gewinnzone ohne Rückenwind von der Umsatzseite schaffen“, erklärte der Vorstand in einer Mitteilung an die Aktionäre. Der generellen Nachfrageschwäche in etablierten Kernmärkten will Wolford mit dem weiteren Ausbau des dynamisch wachsenden Online-Geschäfts und einer stärkeren Präsenz in Asien begegnen. Nach der Übernahme durch Fosun setzt das Unternehmen dabei vor allem auf China: „Dank unserem neuen Ankeraktionär und seiner umfassenden Erfahrung und Kompetenz im Bereich Mode und Luxus wird Wolford diesen Markt ab jetzt systematisch adressieren“, erklärten die Österreicher. Geplant ist zudem der Markeintritt in Japan, den Wolford mit lokalen Franchise-Partnern bestreiten will.

Foto: Wolford AG
 

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