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Monatsrückblick: Nachhaltigkeit im März 2022

Von Simone Preuss

6. Apr. 2022

Business

Bild: CELC

Im März gab es einige Initiativen, die sich mit den tatsächlichen Nachhaltigkeitsbemühungen der Branche befassten beziehungsweise ihren Auswirkungen auf die Umwelt. Der Berlin Fashion Summit widmete sich den Schlüsselthemen regenerative Mode und Innovation und Marken und Einzelhändler verstärkten ihre Bemühungen um Kreislauffähigkeit. Lesen Sie sich durch die nachhaltigen Höhepunkte des Monats.

Tatsächliche Nachhaltigkeitsbemühungen und Greenwashing

Ende des Monats reichte die EU-Kommission einen Vorschlag ein, der Verbraucher:innenrechte stärken und sogenanntes Greenwashing verhindern soll; vage Produktangaben wie „grün“ und „umweltfreundlich“ sollen in der EU demnach verboten werden, wenn sie nicht nachgewiesen sind. Auch soll keine Aussage zur Umweltverträglichkeit eines Produkts gemacht werden dürfen, wenn sie tatsächlich nur einen bestimmten Teil davon betreffen.

Ein ebenfalls am Ende des Monats veröffentlichter Bericht der Changing Markets Foundation (CMF) ergab, dass freiwillige Zertifizierungsprogramme zum Greenwashing in der Modeindustrie beitragen können. Die CMF ist ein nichtstaatlichen Unternehmen, welches mittels Kampagnenarbeit über die Zustände des allgemeinen Marktes aufklärt.

Nach seiner Studie „Status Deutscher Mode“ Anfang letzten Jahres veröffentlichte der Fashion Council Germany jetzt die Fortsetzung, den „German Fashion Footprint“, der die globalen Auswirkungen der deutschen Modeindustrie aufzeigt. Der aufschlussreiche, 60-seitige Bericht untersucht die Umweltbilanz der Branche anhand der fünf Hauptfaktoren Treibhausgasemissionen, Luftverschmutzung, Wasserverbrauch, Energiebedarf und landwirtschaftlicher Flächenbedarf.

Kreislaufwirtschaft

Im Jahr 2020 veröffentlichte die EU-Kommission einen Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft, der darauf abzielt, nachhaltige Produkte zur Norm in der EU zu machen, das Ziel der CO2-Neutralität der EU für 2050 zu unterstützen und ein nachhaltiges Wachstum zu fördern. Die Textilbranche wurde von der EU-Kommission zusammen mit vier anderen Industrien als eine der Branchen mit den größten Umweltauswirkungen und der geringsten Nachhaltigkeit herausgestellt. Eine neue Artikelserie von FashionUnited verfolgt die Umsetzung des bis jetzt beispiellosen Aktionsplans.

Der jüngste Artikel gibt einen Überblick über das Ausmaß der betreffenden EU-Verordnungen und legt dar, wie sie sich auf praktisch alle Akteur:innen der Wertschöpfungskette auswirken werden, von Sport- bis zu Luxusmarken, von produzierenden Unternehmen, von der Faser bis zum Produkt und bis hin zur Abfallwirtschaft.

Die auf Kreislaufwirtschaft spezialisierte Shopping-Plattform CCrave eröffnete Ende des Montas ihr zweites Pop-up-Konzept in Amsterdam während das in Los Angeles ansässige Unternehmen Everywhere Apparel die weltweit erste Closed-Loop-Bekleidungslinie aus 100 Prozent GRS-zertifizierter, recycelter Baumwolle auf den Markt brachte. Das Unternehmen möchte mit seinem mikroplastikfreien Circot-Garn und -Stoff eine vollständig recycelte Alternative zu recyceltem Polyester (rPET) bieten, das nachweislich noch mehr Mikroplastik freisetzt als neues Polyester.

Berlin Fashion Summit

Der Mitte des Monats stattfindende Berlin Fashion Summit behandelte unter anderem die Themen regenerative Mode und Innovation. Die drei Tage des Summits waren vollgepackt mit interessanten Vorträgen und Podiumsdiskussionen, die Teils vor Ort, teils virtuell stattfanden.

Während ein gewisses Maß an Klarheit herrscht, was man sich unter Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Cradle-to-Cradle vorzustellen hat, ist vielleicht nicht klar, was Design für die Biosphäre und für die Modebranche bedeutet. Gleich der erste Tag beleuchtete dieses interessante Thema mit Beiträgen von Expert:innen wie Lauren Bright vom Biomimicry Institute, Renana Krebs, CEO des veganen Tech-Style-Start-ups Algaeing, und Chandra Prakash Jha von Fashion for Biodiversity Solutions.

Der zweite Tag des Summits stand ganz im Zeichen der Innovation und startete mit Autorin und Podcasterin Kristine Harper, die über Anti-Trends sprach. Daniel Rüben von Kornit Digital präsentierte On-Demand-Printing als Antwort auf die Überproduktion der Branche, während Ina Budde von Circular.fashion, Marte Hentschel von Sqetch und Martin Lades von Assyst deutsche Innovationen im Bereich nachhaltige Textilien vorstellten.

Am dritten Tag traffen sich Branchenführer:innen, um zu erörtern, wie regenerative Nachhaltigkeit in Modesysteme Einzug halten und die Arbeitsweise der Branche endgültig und zum Guten verändern kann.

Marken und Einzelhändler:innen

Getreu ihrem Motto „Don’t wear clothes, wear change“ brachte die multimediale Plattform Fashinnovation in der zweiten Märzwoche ein Verzeichnis ethischer, nachhaltiger, inklusiver und innovativer Marken heraus. Das nachhaltige Kölner Label Armedangels startete indessen mit Hilfe des Recommerce-Start-ups Reverse.supply eine eigene Resell-Plattform, während Sportartikelhersteller Puma ein Recycling-Projekt für Fussballtrikots vorstellte. Outdoor-Spezialist Globetrotter präsentierte eine Upcycling-Kollektion aus ausrangierten Stücken und Stoffen und das vegane Taschenlabel Miomojo erhielt eine B-Corp Zertifizierung.

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