Schwaches Wachstum, hoher Verlust: Heißer Sommer bremst Zalando

Auch der Berliner Online-Händler Zalando SE hatte unter den Folgen der anhaltenden Hitzewelle zu leiden: Am Dienstag veröffentlichte das Unternehmen enttäuschende Resultate für das dritte Quartal 2018. Der Umsatz wuchs vergleichsweise langsam, der Verlust fiel fast viermal so hoch aus wie im Vorjahreszeitraum. Trotzdem hielt der Versender an seinen Jahresprognosen fest.

„Wir sind mit unserem finanziellen Ergebnis im dritten Quartal ganz klar nicht zufrieden“, räumte Co-CEO Rubin Ritter in einer Mitteilung ein. „Das ändert nichts an unserem Ziel, unser Geschäft bis 2020 auf 10 Milliarden Euro Bruttowarenvolumen zu verdoppeln und mit voller Geschwindigkeit das Ökosystem für Mode in Europa aufzubauen.“ Im vierten Quartal gehe es nun aber erst einmal darum, „das Jahr erfolgreich abzuschließen“, so Ritter.

Der Umsatz wächst im dritten Quartal lediglich um 11,7 Prozent

Im zurückliegenden Quartal steigerte Zalando seinen Umsatz um 11,7 Prozent auf 1,20 Milliarden Euro. Den Großteil steuerte das Segment Fashion Store bei: Sein Umsatz wuchs um 10,8 Prozent auf 1,10 Milliarden Euro. In der Kernregion DACH, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz, legten die entsprechenden Erlöse um 8,8 Prozent auf 542,4 Millionen Euro zu, im übrigen Europa stiegen sie um 12,8 Prozent auf 558,9 Millionen Euro.

In der Sparte Offprice wuchs der Umsatz um 40,2 Prozent auf 112,8 Millionen Euro, im Bereich Sonstiges, in dem unter anderem die Eigenmarke Zlabels geführt wird, stieg er um 22,9 Prozent auf 111,4 Millionen Euro. Das Bruttowarenvolumen (GMV) wurde auf Konzernebene um 16,6 Prozent erhöht.

Das Unternehmen machte vor allem widrige Wetterverhältnisse für die schwache Entwicklung verantwortlich: „Das hinter den Erwartungen zurückgebliebene Wachstum ist hauptsächlich auf den langen und außergewöhnlich heißen Sommer sowie einen verspäteten Start in die Herbst-/Wintersaison zurückzuführen“, erklärte Zalando. „Darüber hinaus entwickelte sich das Partnerprogramm sehr stark, was sich nur in Höhe der Provision auf den Umsatz auswirkte.“

Der Nettoverlust steigt auf 41,7 Millionen Euro

Neben dem geringen Umsatzplus belasteten weitere Faktoren das Ergebnis. „Die Bruttomarge sank aufgrund des späten Starts der Herbst/Winter-Saison sowie höherer Kosten aufgrund ineffizienter Aufbereitung retournierter Artikel, die auf operative Fehler zurückzuführen sind und die zwischenzeitlich adressiert und behoben wurden“, teilte das Unternehmen mit. Zudem seien die Fulfillment-Kosten und Investitionen gestiegen.

So musste Zalando einen um Sondereffekte bereinigten Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 38,9 Millionen Euro hinnehmen. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch ein leicht positives bereinigtes EBIT (0,4 Millionen Euro) erzielt. Der ausgewiesene Nettoverlust stieg von 11,1 auf 41,7 Millionen Euro.

Nach neun Monaten lag der Konzernumsatz damit bei 3,73 Milliarden Euro (+18,1 Prozent). Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 5,0 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Überschuss von 41,5 Millionen Euro verbucht worden war.

Der Vorstand hält an seinen Jahresprognosen fest

An seinen aktuellen Zielen für das gesamte Geschäftsjahr 2018 hielt der Online-Händler aber fest: Er rechnet nun mit einem Umsatzwachstum „rund um das untere Ende der angestrebten Spanne von 20 bis 25 Prozent“. Das bereinigte EBIT soll weiterhin 150 bis 190 Millionen Euro erreichen. Das Unternehmen hatte seine Prognosen bereits Mitte September nach unten korrigiert, als die Folgen des heißen Sommers absehbar geworden waren.

Foto: Zalando
 

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